{"id":4327,"date":"2018-01-04T04:49:51","date_gmt":"2018-01-04T04:49:51","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4327"},"modified":"2018-01-04T04:54:00","modified_gmt":"2018-01-04T04:54:00","slug":"weg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4327","title":{"rendered":"weg"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4328\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_113316-200x300.png\" alt=\"\" width=\"190\" height=\"286\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_113316-200x300.png 200w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_113316.png 703w\" sizes=\"auto, (max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4331\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_201544-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_201544-200x300.jpg 200w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_201544-768x1153.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_201544-682x1024.jpg 682w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/20180103_201544.jpg 1050w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/p>\n<h5>Seit die Frau mit dem Kind unter die Br\u00fccke gezogen war, hatte ich mir angewohnt, mich morgens dort auf meinem Weg ein paar Minuten aufzuhalten und Kleinigkeiten f\u00fcr das M\u00e4dchen mitzubringen. Aber heute, als ich mich dem Torbogen n\u00e4herte und hineinschaute, waren sie weg. Ich schaute mich um: Plastikflaschen, zerissene T\u00fccher, einen \u00a0goldenen Luftballon, den ich f\u00fcr sie mitgebracht habe, und dann die kleine, 5 cm hohe Figur von Krishna oben im Bild, die ich aus dem ganzen M\u00fcll dann herausgeholt habe und mitgenommen, und abends photographiert. Ich habe beide Bilder reingetan, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welche mir &#8222;besser&#8220; gef\u00e4llt, bzw. fand ich es interessant, wie unterschiedlich der Ausdruck wurde durch das Licht. Und dass Krishna auf diesem einen der zahllosen Kitschdarstellungen ihrer G\u00f6tter eigentlich verschmitzt aussehen soll, denn er liebt S\u00fc\u00dfigkeiten und ist ber\u00fchmt daf\u00fcr, sie zu stehlen, aber weil er so s\u00fc\u00df ist, kann ihm keiner b\u00f6se sein. Nun sieht er ja vor allem im ersten Bild extrem sorgenvoll aus, was mich an das verschwundene Kind erinnert hat und meine eigene ohnm\u00e4chtige Sorge um das Schicksal der beiden. Die Gr\u00fcnde solcher Dramen sind oft durchsichtiger und simpler, als man zu denken wagt. Das Ausgesto\u00dfensein der Frauen hat oft damit zu tun, dass die Neugeborenen M\u00e4dchen sind, und von den vielen Varianten des Mordens in Bezug auf dieses ganz und gar heillose Thema ist es sicher besser, \u00fcberhaupt eine Chance zu haben, das gegebene Leben zu erfahren. Who knows. Wenn ich solche Themen unterwegs anspreche, sto\u00dfe ich immer auf Widerstand und werde nicht m\u00fcde zu wiederholen, dass ich nicht sehe, dass \u00a0&#8222;Gott alles macht&#8220;, wobei ich mich auch da vorsichtig ausdr\u00fccken muss und nicht sagen kann, dass mich keinerlei Gottesgestalt formhaft umweht und begleitet, sondern ich bitte darum, ihn, den Gott, mit diesen unangebrachten Zuschreibungen nicht zu beleidigen. Alle sind \u00fcberfordert mit eigenem Schicksal. Die technischen Traumwelten hatten hier leichtes Spiel, und es ist nur der \u00fcbergangslose Sprung in die neue Tiefe, die sie gef\u00e4hrlicher macht, als wenn man bei den Entwicklungen mitgehen kann und geschult ist, sich zu entscheiden.<\/h5>\n<h5>Dann kam w\u00e4hrend meines Sitzens die Nachricht von Toffee, ein winziger hellfarbiger tibetischer Hirtenhund, der mich jedes Jahr verbl\u00fcfft hat mit seiner intensiven Zuneigung, sodass Bruno, der Sch\u00e4ferhund und Toffees Freund, anfing zu knurren. Obwohl Bruno nie Salzgeb\u00e4ck mochte, musste ich ihm immer diesselbe Menge geben wie Toffe, der Namkins liebt(e). Diesmal hat er mich nicht erkannt, weil er nur noch ein einziges, zitterndes Krebsgeschw\u00fcr war \u00a0und Sakshi zu anh\u00e4nglich an ihn, um ihn von seinen Qualen erl\u00f6sen (lassen) zu k\u00f6nnen. Au\u00dferdem ist sie \u00c4rztin und leitet die Intensivstation eines Privatkrankenhauses (mit Zugang zu schmerzstillenden Medikamenten). Dort hat sie wohl gestern einen Mann behandelt, der darum gefleht hat, sterben zu d\u00fcrfen. Da hat sie sich entschieden, und nun ist Toffee auch weg. Wenn man einen Menschen oder ein Tier geliebt hat, und auf einmal ist er oder sie oder es nicht mehr da, da kommt automatisch so eine Trauer in einem hoch. Vorbei das sch\u00f6ne Miteinander, das lebt jetzt in Bildern und Gef\u00fchlen im Irgendwo. Da kann man noch einmal sp\u00fcren, wie es sich anf\u00fchlt, wenn einem etwas kostbar war und unersetzbar, und die Trauer ist auch eine Form der Dankbarkeit, dass man es erleben konnte und kann.<\/h5>\n<h5>.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit die Frau mit dem Kind unter die Br\u00fccke gezogen war, hatte ich mir angewohnt, mich morgens dort auf meinem Weg ein paar Minuten aufzuhalten und Kleinigkeiten f\u00fcr das M\u00e4dchen mitzubringen. Aber heute, als ich mich dem Torbogen n\u00e4herte und hineinschaute, waren sie weg. 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