{"id":4287,"date":"2017-12-29T02:18:26","date_gmt":"2017-12-29T02:18:26","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4287"},"modified":"2017-12-29T02:18:26","modified_gmt":"2017-12-29T02:18:26","slug":"vermuten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4287","title":{"rendered":"vermuten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-4294\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_201835-168x300.jpg\" alt=\"\" width=\"145\" height=\"259\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_201835-168x300.jpg 168w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_201835-768x1372.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_201835-573x1024.jpg 573w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_201835.jpg 1070w\" sizes=\"auto, (max-width: 145px) 100vw, 145px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4288\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_112818-300x261.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"261\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_112818-300x261.png 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_112818-768x669.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_112818-1024x892.png 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/20171228_112818.png 1132w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<h5>Vermutlich bin ich hier unter den EinwohnerInnen die Einzige, die keinen Glauben hat, bzw. an nichts glaubt. Das Wort &#8222;glauben&#8220; ist einem ja gel\u00e4ufig am Anfang der S\u00e4tze mit der Gewohnheit, Glauben mit Denken zu verwechseln, wobei Glauben die eher verschleierte Variante ausdr\u00fcckt, w\u00e4hrend dem Denken zumindest pr\u00e4zisere Formen m\u00f6glich sind. Traditionen beruhen nun einmal auf dem kollektiven Einverst\u00e4ndnis mit dem, was allgemein geglaubt und gedacht wird. W\u00fcrde mich jetzt jemand ernsthaft fragen, an was ich zutiefst glaube, m\u00fcsste ich dem Wort ausweichen und k\u00f6nnte zum Beispiel mein Vertrauen in das Licht des Bewusstseins erw\u00e4hnen, oder in die F\u00e4higkeit des Menschen, sich selbst zu sein und zu selbst\u00e4ndigem Denken zu gelangen und einer Freiheit, die auf diesem Denken verantwortungsvoll basiert. Man w\u00fcnscht es sich zuweilen und h\u00e4lt es f\u00fcr m\u00f6glich, dass alle Zugang zu allem haben, aber wer kennt nicht die Bedingungen, auf die man auf einmal treffen kann. Nicht die, die ein Gott deklariert haben soll, sondern die, die ein Mensch erkennt als ein unumg\u00e4nglich Wesentliches. Wie Schl\u00fcssel, die Tore \u00f6ffnen zum Nichtgekannten. Auch &#8222;G\u00f6ttliches&#8220; kann sich einem durchaus zeigen zu jeweiliger Zeit und Stunde, aber auch diese Erfahrungen und ihre Formen muss man nicht unbedingt &#8222;Glauben&#8220; nennen. Vielleicht eher das &#8222;Unentrinnbare&#8220;, das es zu erkennen gilt als das, was es f\u00fcr einen selbst ist und war. Dann, wenn die Komplexit\u00e4ten sich lichten, kehrt man zur\u00fcck zu den einfachen Dingen, die man von Anfang wusste und sp\u00fcrte in sich, mit der Liebe als einzigen verl\u00e4sslichen Kompass, um durch das Dickicht der Meere sicher und wohlbehalten zu navigieren. Ich habe aber oft genug Formen eines &#8222;reinen&#8220; Glaubens hier beobachten d\u00fcrfen, die eine Ber\u00fchrung des tiefen Staunens in mir ausl\u00f6sen, und ich wei\u00df, dass mir dieser Zugang nicht m\u00f6glich w\u00e4re, aber es ist sch\u00f6n, Zeugin solch einer beseelten Innigkeit und Versunkenheit sein zu k\u00f6nnen. W\u00e4ren diese einfachen und ehrerbietigen Wesen gesch\u00fctzt vor Ausbeutung und Missbrauch, k\u00f6nnte man ihre N\u00e4he suchen und bei ihnen sitzen im Einklang mit allem anderen. Es ist aber meist das niemals Geh\u00f6rte und niemals Gesehene, und das vielfach Geschundene, das nur durch ein g\u00f6ttlich empfundenes Oben in der eigenen Existenz Best\u00e4tigung findet und sicher auch erh\u00e4lt. Das wiederum bringt die oft erm\u00fcdende, wenn auch richtige, Bemerkung hervor, dass nur Bildung hier Abhilfe bringen kann, wobei es sich nicht wirklich gezeigt hat, dass Bildung allein den \u00a0Menschen von dem erwachen l\u00e4sst, was er Anderen \u00a0an Unvorstellbarem antun kann.<\/h5>\n<p>Das erste Bild zeigt eine Wand, in die Arbeiter kleine L\u00f6cher gehackt haben, damit die aufzutragende Farbe besser h\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vermutlich bin ich hier unter den EinwohnerInnen die Einzige, die keinen Glauben hat, bzw. an nichts glaubt. Das Wort &#8222;glauben&#8220; ist einem ja gel\u00e4ufig am Anfang der S\u00e4tze mit der Gewohnheit, Glauben mit Denken zu verwechseln, wobei Glauben die eher verschleierte Variante ausdr\u00fcckt, w\u00e4hrend dem Denken zumindest pr\u00e4zisere Formen m\u00f6glich sind. 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