{"id":4098,"date":"2017-11-30T03:36:07","date_gmt":"2017-11-30T03:36:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4098"},"modified":"2017-11-30T03:41:28","modified_gmt":"2017-11-30T03:41:28","slug":"dunkelhell","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4098","title":{"rendered":"dunkelhell"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4099\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171129_181115-201x300.png\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"403\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171129_181115-201x300.png 201w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171129_181115-768x1148.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171129_181115-685x1024.png 685w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171129_181115.png 958w\" sizes=\"auto, (max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern fiel mir diese Figur auf dem Bild ein, die oben auf dem Haus auf einer kleinen extra Terrasse angebracht wurde. Man hatte sie bei den Bauarbeiten entdeckt und zusammengesetzt. Da ich sie sp\u00e4t am Abend photographiert habe, fiel mir dieses Wort &#8222;dunkelhell&#8220; ein, das irgendwie zu meiner momentanen Weltwahrnehmung passt, da ich denke, es wird bis auf weiteres dunkelhell bleiben im Gem\u00fct, da es keinerlei Anzeichen daf\u00fcr gibt, dass die allgemeine Lage sich durch kollektive Einsicht aufhellen wird. Nun kann man wirklich an jedem Tisch besorgt mit Anderen die Stirn runzeln, denn jede\/r ist direkt betroffen. So habe ich mit Freude wieder die offenen L\u00e4den im Dorf gesehen, in denen die Verk\u00e4ufer im Schneidersitz den Tag verbringen und ihre Waren aush\u00e4ndigen. Aber der Verkehr vor ihrer Nase ist ohrenbet\u00e4ubend, und viele sitzen direkt auf der Ebene der Abgase. Man kann die Krankheiten sich f\u00f6rmlich einschleichen sehen. Als ich aus der T\u00fcr kam, habe ich Mohan gesehen, einen alten Freund, mit dem ich mich einst f\u00fcr das Leben der K\u00fche eingesetzt habe, als die Maul-und Klauenseuche ausgebrochen war und niemand mehr interessiert war an sterbenden, nicht mehr so heiligen K\u00fchen. Er erz\u00e4hlte mir, dass allein in diesem Jahr 14 meist junge Menschen an Herzinfarkt gestorben sind. So auch seine Tante, 45 Jahre alt. Er war vor allem besorgt um seinen Onkel, der nun allein lebt. Wer w\u00fcrde ihm, fragte er tief bedr\u00fcckt, nun seine Medizin reichen!? Wahrscheinlich wusste er gar nicht, wo sie steht. Mir war letztes Jahr schon aufgefallen, dass der Herzinfarkt umgeht. Und wer will schon Klagen \u00fcber die innere Tr\u00fcbnis h\u00f6ren, wenn alle gleicherma\u00dfen voll davon sind. Das gibt zu denken. Wie sie einst das &#8222;M\u00e8&#8220; abgelehnt haben, das Ich, und von sich als &#8222;Ham&#8220; sprachen, als &#8222;Wir&#8220;. Keine schlechte Idee war das, das Ich in das Wir einzubinden, so wie man das mit dem Einsamen im Gemeinsamen auf Deutsch machen kann. Durch den Gesellschaftsruck ins mehr und mehr Habenwollen hinein ist nun das Ich an die vorderste Front ger\u00fcckt. Man w\u00fcnscht es den Indern nach tausenden von Jahren kollektiver Gutseinsb\u00fcrde durchaus, mal selbst was zu kaufen und zu denken, aber gerade da fehlte eben die hohe Schulung, die reflektieren kann, was mit der erworbenen Freiheit nun wirklich zu tun ist? Auch freue ich mich f\u00fcr die Millionen von jungen Frauen, dass sie nun teure Smartphones haben und unendlich viele Selfies mit gesch\u00fcrzten Lippen und aufgerissenen Augen auf Instagram posten k\u00f6nnen. Und ja, das ist nicht alles, was sie tun und k\u00f6nnen, aber die Besch\u00e4ftigung mit dem eigenen Abbild ist doch sehr vorherrschend, und dann m\u00fcssen sie doch noch einen von der Familie gew\u00e4hlten oder akzeptierten Mann heiraten, dessen Blick auf das weibliche Wesen meist noch in den finsteren Korridoren der Urpsyche schlummert. Dieser Erf\u00fcllungszwang von allem, was von der Familie gew\u00fcnscht wird, hat auch nichts mit einer freien Herzensgabe zu tun. Wenn ich diese Beobachtungen hier mache, wei\u00df ich, dass der Geist davon \u00fcberall umgeht. Ich bin heute fr\u00fch noch einmal &#8222;drin&#8220; geblieben, vielleicht weil ich noch nicht wei\u00df, mit was ich hinausgehen will. Das &#8222;Helldunkel&#8220; gef\u00e4llt mir, weil ich das Helle vom Dunklen nicht wirklich trennen will, es ist ja genug Raum da f\u00fcr beides: das Dunkelhell und die Trauerfreude, das Untenoben usw. Das menschliche Herz kann das. Nur die Liebe macht hier wieder die Ausnahme. Sie l\u00e4sst sich nicht zusammenf\u00fcgen mit etwas anderem, weil sie es dann nicht mehr ist. Konsequent, wie sie ist. Radikal.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern fiel mir diese Figur auf dem Bild ein, die oben auf dem Haus auf einer kleinen extra Terrasse angebracht wurde. Man hatte sie bei den Bauarbeiten entdeckt und zusammengesetzt. 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