{"id":4037,"date":"2017-11-14T09:28:47","date_gmt":"2017-11-14T09:28:47","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4037"},"modified":"2017-11-14T09:30:00","modified_gmt":"2017-11-14T09:30:00","slug":"dunstig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4037","title":{"rendered":"dunstig"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4038\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171114_094202-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"303\" height=\"299\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171114_094202-300x296.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171114_094202-768x757.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171114_094202-1024x1009.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171114_094202.jpg 1059w\" sizes=\"auto, (max-width: 303px) 100vw, 303px\" \/><\/p>\n<h5>Eigentlich finde ich es ganz praktisch, mich w\u00e4hrend des Schminkprozesses am Morgen durch die f\u00fcnf Minuten Nachrichten informieren zu lassen, die einen fl\u00fcchten Eindruck des momentanen Weltgeschehens (als politischen Vorgang) erm\u00f6glichen. Aber das wirkt ja nicht immer so fl\u00fcchtig. Zur Abwechslung kamen mir heute doch tats\u00e4chlich die Tr\u00e4nen, als ich mir automatisch beim H\u00f6ren vorstellte, wie jetzt bei dem neuen Erdbeben im Irak und Iran Hunderte von Menschen nicht nur weggepustet wurden und Tausende verletzt, sondern die \u00dcberlebenden bei klirrender K\u00e4lte ohne Dach um Feuer herum sitzen und langsam ahnen, was ihnen bevorsteht, und dass sie mit ihrer Not allein sein werden, denn das n\u00e4chste Ungl\u00fcck kommt bestimmt, das die Aufmerksamkeit von ihnen lenkt auf ein anderes Gebiet, ein anderes Volk. Diskussionen und Erkenntnisse \u00fcber die gro\u00dfen Zusammenh\u00e4nge kommen in Schwung, aber es lauert in den Menschen eine Unbelehrbarkeit, die schwer zu fassen ist, obwohl sie \u00fcberall zur Sprache kommt. Den Anf\u00e4ngen ist nicht mehr zu wehren, denn wo liegen die Anf\u00e4nge. In diesem Akt tanzt der \u00dcberlebenswille mit der Todessehnsucht, auch ein Trieb, der sich durchsetzen kann. Es ist der Nach-mir-die -Sintflut-Trieb. In der n\u00e4chsten Nachricht war ich dann selbst betroffen. Gerade aus einem tagelangen Befreiungskampf der Bronchien aufsteigend und hoffend, dass mir am kommenden Sonntag der anstrengende Nachtflug nach Neu Delhi gut gelingt, h\u00f6re ich nun, dass da, wo ich hinfliege und lande, die Krankenh\u00e4user \u00fcberf\u00fcllt sind mit Bronchitis Erkrankten, die Schulen geschlossen, und wer nicht unbedingt raus muss, drin bleibt. Ich kenne die Delhi Sonne, die wie ein zur falschen Zeit downgeloadeder Mond aussieht oder wie ein orangenes Lampion in einer dichten Milchsuppe. Die Lungen der Kinder sind schon alle gesch\u00e4digt, sagt die Sprecherin. Kein aufkommender Plan hat auch nur das Geringste bewirkt. Ich werde auch bis zu meiner letzten Minute daf\u00fcr sein, dass der Mensch zu den einleuchtenden,\u00a0 lebensspenden Sch\u00f6pfungsprozessen in jeder Hinsicht Zugang haben soll, und wir haben Zugang dazu, aber es ist auch sichtbar, dass ein Strang in den Tod zieht. Wenn das Wissen sich zur\u00fcckzieht, bleiben die Erkl\u00e4rungen, losgel\u00f6st von ihrer Quelle. Man schaut in die Sonne und erkennt sie nicht mehr, weil man den Zusammenhang nicht mehr kennt zwischen dem eigenen Tun und seiner Wirkung. Dann sieht man es auch in den Sondierungsgespr\u00e4chen. Klar, das erkannte Ausma\u00df verlangt nach extremen Entscheidungen, wenn es denn letztendlich um das Wohl der Menschen auf Erden gehen soll. Geht es um das Wohl der Menschen auf diesem Planeten? Oder ist es Zeit, dass er von sich selbst abgeseilt wird? Vielleicht ja auch von der Gletscherspitze zum Erdklumpen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich finde ich es ganz praktisch, mich w\u00e4hrend des Schminkprozesses am Morgen durch die f\u00fcnf Minuten Nachrichten informieren zu lassen, die einen fl\u00fcchten Eindruck des momentanen Weltgeschehens (als politischen Vorgang) erm\u00f6glichen. Aber das wirkt ja nicht immer so fl\u00fcchtig. 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