{"id":4031,"date":"2017-11-13T09:57:04","date_gmt":"2017-11-13T09:57:04","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4031"},"modified":"2017-11-13T10:03:03","modified_gmt":"2017-11-13T10:03:03","slug":"4031","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=4031","title":{"rendered":"Fenster"},"content":{"rendered":"<h5><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-4032\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-300x300.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-150x150.jpg 150w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-768x768.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-365x365.jpg 365w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942-500x500.jpg 500w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/20171113_104942.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/h5>\n<h5>Immer mal wieder in verschiedenen Kontexten f\u00e4llt mir der Satz von Graf Kayserling ein, den er in seinem Buch \u00fcber die europ\u00e4ischen V\u00f6lker geschrieben hat, und zwar, dass der Deutsche eine Monade (also eine Einheit nach Leibniz) ohne Fenster sei. Nun ist das Buch, wenn ich mich recht erinnere, in den zwanziger Jahren herausgekommen und es sprengt geradezu die Vorstellung, was sich seitdem alles ver\u00e4ndert hat, sodass man in vieler Hinsicht von derselben Welt nicht mehr sprechen kann. Kayserling vergleicht in seinem Aufsatz die Deutschen mit den Indern in dem Sinn, dass sie im Denken verankert sind und entsprechende Strukturen und Systeme hervorbringen wie z.B. das Kastensystem, das hier in Deutschland zwar nicht festgelegt, aber deutlich sichtbar ist. Vielleicht kommt es hier auch zu Unterschieden in der Seinsqualit\u00e4t. Gehe ich, wie in Indien, von einem gro\u00dfen, (kosmischen) Seins-Raum aus und komme dann zu den Strukturen, die dem kulturellen Ordnungswillen entsprechen, dann ist das anders, als wenn die pers\u00f6nliche Seinswelt aus meiner Monade besteht und ich davon ausgehe, dass das, was ich wahrnehme, generell so ist. Differenzierungen erfordern unglaublich viel M\u00fche, man muss dazu bereit sein. Auch will zB jemand, der sonntags gl\u00fccklich zum Tatort-Club geht und sich auf die n\u00e4chste Show freut, sicher nicht analysiert haben, wie sch\u00e4dlich so ein krimineller Bl\u00f6dsinn unter Umst\u00e4nden f\u00fcr die Psyche der sich damit Unterhaltenden sein kann, aber nat\u00fcrlich nicht muss. Egal aus welcher Richtung, immer wieder kehrt man zur\u00fcck zum Blick, den man auf alle Dinge wirft und mit dem man nicht nur sich selbst, sondern alles Betrachtete ver\u00e4ndert. F\u00fcr diesen Blick die volle Verantwortung zu \u00fcbernehmen, halte ich f\u00fcr ein hohes Gut. Es hei\u00dft ja, sich dem eigenen Handeln und der eigenen Wirkung bewusst zu werden und genau da, wo man die einzige M\u00f6glichkeit einer Ver\u00e4nderung hat, sich auch wirklich um sie zu k\u00fcmmern. Das Bewusstsein, das sich selbst wie ein Auge bewegen kann, sieht, wenn es will und geschult wird, lernt sehen, wer und wie man ist, und kann sich auch \u00fcberraschen lassen, nicht nur ersch\u00fcttern, von den nackten Tatsachen, die sich in der Psyche bewegen, als k\u00f6nnte es nicht anders sein. Bevor ein Licht drauf f\u00e4llt. Eine Art Leuchte, die man einschalten kann, wenn man es wirklich wissen will. Dann macht auch die deutsche Monade vermutlich ihre Fenster auf und l\u00e4sst Luft (und Liebe) in die Sph\u00e4re str\u00f6men, und da, wo es gelingt, wird es gut unter Menschen. Ich erinnere mich auch, wie begeister ich war, als ich zum ersten Mal h\u00f6rte, dass der Diamant eine geschliffene Kohle ist. \u00dcberall Eintritt zum Welten-Theater. Vielleicht wird es im dritten Akt auch so ernst, dass man die Spielfreude verlieren k\u00f6nnte. Oder es dazu kommt, dass man sich selbst als Kraft wahrnimmt, die f\u00f6rderlich und gem\u00e4\u00df der M\u00f6glichkeiten auf den nat\u00fcrlichen Strom des Geschehens einwirken kann, ohne seine inh\u00e4renten Gesetze zu verletzen, und ohne den Verlust der Spielfreude beklagen zu m\u00fcssen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer mal wieder in verschiedenen Kontexten f\u00e4llt mir der Satz von Graf Kayserling ein, den er in seinem Buch \u00fcber die europ\u00e4ischen V\u00f6lker geschrieben hat, und zwar, dass der Deutsche eine Monade (also eine Einheit nach Leibniz) ohne Fenster sei. 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