{"id":3706,"date":"2017-09-22T09:44:35","date_gmt":"2017-09-22T09:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3706"},"modified":"2017-09-22T19:13:58","modified_gmt":"2017-09-22T19:13:58","slug":"bewegt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3706","title":{"rendered":"bewegt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3708\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_111641-300x249.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"249\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_111641-300x249.png 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_111641-768x638.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_111641.png 1004w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3710\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_112906-168x300.png\" alt=\"\" width=\"139\" height=\"249\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_112906-168x300.png 168w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/20170922_112906.png 269w\" sizes=\"auto, (max-width: 139px) 100vw, 139px\" \/><\/p>\n<h5>&#8222;Kunst.Bewegt.&#8220; steht auf der Karte, die mir beim Aufr\u00e4umen in die H\u00e4nde f\u00e4llt. Eine Eintrittskarte von Schloss Moyland, lese und erinnere ich mich, denn der Grund der damaligen Reise war die Ausstellung von Beuys, den ich gerade neu oder \u00fcberhaupt mal anders als schnell wahrgenommen hatte, und der dort einen festen Standort hat. Es passt ganz gut zu meinen Gedanken, denn der ber\u00fchmte Ausspruch von Beuys, dass jeder ein K\u00fcnstler ist (aber nicht alles Kunst) hat ja auch zu denken gegeben, auch weil man von Missverstandenem stets ausgehen kann. Daher der stetige Pfad zur eigenen Wahrnehmung. Ich will jetzt nicht die Tiefe des Punktes zwischen den beiden Worten ausloten, sondern habe innegehalten und mich gefragt, was sie denn tats\u00e4chlich bewegt. Beziehungsweise muss man wohl immer mal wieder durch das uralte Sinnen streifen mit der Frage, was sie, die Kunst, denn \u00fcberhaupt f\u00fcr einen selbst ist, auch im Zuge der Wandlung und des eigenen ver\u00e4nderten Blicks auf die Aussagen des Erschaffenen. In der letzten Ausgabe der &#8222;Zeit&#8220; war ein Interview mit Neo Rauch, das ich sehr ansprechend fand, obwohl ich seine Kunst weder tiefer betrachtet habe, sondern eher einem Impuls des Wegschauens gefolgt bin. Jetzt werde ich mal genauer hinschauen, denn dass er gerade auf dem Kunstmarkt der Renner ist, sagt \u00fcber nichts was aus, au\u00dfer dass es mal wieder einer geschafft hat, von irgendwem gesehen und eingeschleust zu werden in die anstrengenden und aufreibenden Prozeduren. Und die Relativit\u00e4t des Ber\u00fchmtseins, wenn der kurze Rausch, dass man sich die notwendigen Materialien leisten kann, verraucht ist und die vielen Begegnungen mit den Menschen des sogenannten interessierten\u00a0 Kunstpublikums eher erm\u00fcdend. Und f\u00fcr mich ist der Kern dieses ein Leben lang anhaltenden, inneren Vorgangs, frei von all den Tricks des Bedienens, Kopierens und was so alles als Kunst erscheinen kann, in der Tat die Freude, einen Ausdruck f\u00fcr das zu finden, was mein Innerstes bewegt, und von dem ich sehen kann, was in mir brodelt oder liegt oder heraus will an die Luft. Eigentlich habe ich einem Beitrag hinterher gesonnen, wo eine Gruppe, die was Gutes f\u00fcr Menschen tun wollte, eine 3d-Brille kreirt hat im Zusammenhang mit einem komplexen Programm f\u00fcr Alzheimer-und Demenzerkrankte, um mit bewegten Bildern aus ihrer Vergangenheit vielleicht einen Zugang zum direkten Leben, das sie vergessen haben, zu erschaffen. Das finde ich immer so t\u00f6dlich, dass durch die Erzeugung solch kostspieliger und angeblicher Heilungsmethoden die m\u00f6glichen Ursachen aus den Augen verloren werden. Wenn man aber bedenkt, dass die Gehirne so vieler Menschen sich in R\u00e4umen konstanter Fremdbestimmung bewegen, nicht nur durch ihre Arbeit, sondern durch das television\u00e4re Aufsaugen von Fremdleben und Programmen die eigenen Gehirnwindungen und Synapsen-Bewegungen\u00a0 lahmgelegt werden. Nat\u00fcrlich kommt es auch hier darauf an, ob ich das Aufgenommene selbst reflektiere oder mich einfach bel\u00e4mmern lasse von dem Vorgesetzten. Aber es war auch ziemlich beunruhigend zu h\u00f6ren, als Walter Jens, ein einst geistig reger Mensch, in die Tiefen der Alzheimer-H\u00f6hlen abwanderte. Allerdings wurde auch berichtet, dass er mit sich selbst im noch wachen Leben streng war und sich vieles nicht g\u00f6nnte, und nun im Rollstuhl selig l\u00e4chelnd mit der Betreuung in den Supermarkt gefahren wurde, wo ihm leckere, belegte Br\u00f6tchen gereicht wurden. R\u00fchrend, aber auch keine Befreiung der Unruhe, wie so etwas passieren kann. Deswegen fielen mir vermutlich die beiden, durch einen Punkt getrennten Worte noch mehr ins Bewusstsein. Wenn Kunst nun die F\u00e4higkeit sein sollte, dass es dem Menschen gelingt, f\u00fcr das, was er ist, einen ad\u00e4quaten Ausdruck zu finden, f\u00fcr den bekanntlich jede\/r unterschiedliches Material und Werkzeug und Instrumente braucht, bis es heraus ist und immer wieder geboren wird, was eine gewisse Unruhe der Bewegung hervorruft, dann, denke ich, bleibt die Schaltzentrale des Gehirns auch in Bewegung. Wir wissen ja nicht, wann einer innen erfriert oder erkaltet oder sich nie wirklich erreicht hat, sondern in den Bem\u00fchungen stecken geblieben ist oder dem Druck nicht mehr spielerisch begegnen konnte, und wann die t\u00f6dlichen Schlingen der Erstarrung ihre Netze auswerfen. Wenn die Reduktion des Seins keine Freir\u00e4ume erschaffen hat und keine Losl\u00f6sung von Glaubenss\u00e4tzen mehr m\u00f6glich ist, ja, was soll denn da automatisch erhalten werden? Dann erf\u00e4hrt man, dass LehrerInnen immer noch schlecht bezahlt werden und \u00fcberhaupt gibt es zu wenige von ihnen, und die meisten sind gestresst und \u00fcberfordert. Und sind sie ausger\u00fcstet mit K\u00fcnsten, die eine Gegenbewegung zu all diesem Irrsinn darstellen k\u00f6nnte? Wir leben im Zentrum des Irrsinns und der Ohnmacht, wenn alles, was einem halbwegs n\u00fcchternen Geist nat\u00fcrlich vorkommt, pl\u00f6tzlich die Macht eines unerreichbaren Wunders annimmt. Dass aus Kindern Erwachsene werden k\u00f6nnen, die in der Lage sind, sich selbst zu erschlie\u00dfen, und dass sie das Werkzeug dazu von Anfang an mitbekommen haben, basierend auf einer Liebe, aus der sie bewusst empfangen wurden. Gut, das sind nun wirklich die K\u00fcnste, bei denen jede\/r letztendlich allein entscheiden muss. Genau.<\/h5>\n<h5>Bild: Eintrittskarte mit kinetischem Sandrahmen und Sandauge.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Kunst.Bewegt.&#8220; steht auf der Karte, die mir beim Aufr\u00e4umen in die H\u00e4nde f\u00e4llt. Eine Eintrittskarte von Schloss Moyland, lese und erinnere ich mich, denn der Grund der damaligen Reise war die Ausstellung von Beuys, den ich gerade neu oder \u00fcberhaupt mal anders als schnell wahrgenommen hatte, und der dort einen festen Standort hat. 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