{"id":3585,"date":"2017-09-05T08:42:42","date_gmt":"2017-09-05T08:42:42","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3585"},"modified":"2017-09-05T08:42:42","modified_gmt":"2017-09-05T08:42:42","slug":"demos-kratein","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3585","title":{"rendered":"demos kratein"},"content":{"rendered":"<div class=\"irc_mimg irc_hic iCFC3JpoQKTM-lvVgf-rIiHk\">\n<div class=\"irc_mimg irc_hic ihc_04ifFtYg-lvVgf-rIiHk\"><a class=\"irc_mil i3597 ihc_04ifFtYg-zixyDjKkw5M\" tabindex=\"0\" href=\"http:\/\/regiowiki.hna.de\/Kaiser_Wilhelm_II._in_Kassel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" data-noload=\"\" data-ved=\"0ahUKEwiV5K_UwY3WAhUIaFAKHf6hDxoQjRwIBw\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"irc_mi\" src=\"http:\/\/regiowiki.hna.de\/images\/thumb\/6\/68\/Wilhelm.jpg\/300px-Wilhelm.jpg\" alt=\"Bildergebnis f\u00fcr Kaiser Wilhelm II\" width=\"171\" height=\"224\" \/><\/a><\/div>\n<h5 class=\"irc_mimg irc_hic ihc_04ifFtYg-lvVgf-rIiHk\">Die Worte &#8222;demos\/kratein&#8220; (griech. &#8222;Volk\/herrschen&#8220;) habe ich gerade geschrieben gesehen und fand interessant, dass das Wort &#8222;herrschen&#8220; auch hier anwesend ist. In Indien habe ich mal die witzige Interpretation eines Inders von &#8222;Demokratie&#8220; geh\u00f6rt, der meinte, Demokratie sei die Herrschaft der Untertanen \u00fcber die Untertanen. Das sagt vor allem\u00a0 etwas dar\u00fcber aus, dass ich auch ab und zu mal dachte, dass f\u00fcr das indische Volk ein &#8222;guter&#8220; K\u00f6nig die absolute Top-Variante w\u00e4re. Ein sogenannter guter K\u00f6nig, wie sie gerne in M\u00e4rchenb\u00fcchern vorkommen, ist nat\u00fcrlich besser als ein schlechter K\u00f6nig, also zum Beispiel einer, der sich unm\u00e4\u00dfig an seinem darbenden Volk bereichert und ihm vom Palast aus das Blut aussaugt, wie das auch heute noch in einigen L\u00e4ndern praktiziert wird. Aber Fakt ist, dass auch der &#8222;gute&#8220; K\u00f6nig, wenn es ihn nun g\u00e4be, den gravierenden Nachteil seines Amtes automatisch in sich tr\u00e4gt: er ist der Papa seines Volkes und muss es auch sein, sonst will das Volk ihn nicht und gedeiht nicht unter seiner Obhut. Nix gegen Obhut, aber viel gegen ein Volk von Kindern, die dem da oben alle Verantwortung f\u00fcr ihre Lebensgestaltung \u00fcberlassen. So nennt man auch heute das zu gro\u00dfem Teil noch analphabetische Volk Indiens eine Demokratie und darf staunen. Nicht, dass es da keine hellen K\u00f6pfe g\u00e4be, es gibt Millionen, aber sie behandeln ihren &#8222;Herrscher&#8220;, Narendra Modi,, der lediglich ein Verwalter des Volkswillens sein sollte, als einen Souver\u00e4n, dem sie untertan sind. Das hat mich \u00f6fters mal an das Dritte Reich erinnert, und vielleicht liegen in jedem Volk und in jedem Menschen diese zwei gleicherma\u00dfen unguten Extreme: das sichere Gef\u00fchl des &#8222;Auserw\u00e4hltseins&#8220;, also besser als alle Anderen, und auf der anderen Seite die allzeit bereite Eigenschaft des Anpassens an den, dem man die eigene Souver\u00e4nit\u00e4t opfert, um vielleicht auch ein bisschen in dem vermuteten Glanz zu baden, so als h\u00e4tte der Herrscher kein Schicksal, mit dem er herumstrampeln muss. Also ich finde die fast hundertj\u00e4hrige englische Queen auch beispielhaft im Altwerden, sieht h\u00fcbsch aus und hat einen humorvollen Mann hinter sich, das ist Gold wert, aber echt: who cares. Die Engl\u00e4nder brauchen auf jeden Fall beides f\u00fcr ihre ber\u00fcchtigten Unarten: den l\u00e4cherlichen Zirkus des monarchischen Getues, und die Demokratie, eben selber herrschen und bestimmen, was man tut. Klar, je selbstsouver\u00e4ner die Individuen eines Volkes sind, desto klarer die Demokratie. Daher ist die politische Wachheit auch f\u00fcr EremitInnen nicht unangebracht, denn weder Nukleus noch Randgruppe befreien einen vom Mitspielen. Niemand mag Spielverderber, obwohl es auch da stets auf das Spiel ankommt. Klingt ja schon fast wie ein subtiler Aufruf zur Wahlurne, na gut. Vor ein paar Tagen kamen unsere afghanischen Freunde zu Besuch und irgendwie kam es im Gespr\u00e4ch dazu, dass ich erz\u00e4hlte, dass meine Mutter in Berlin (eine ihrer Anekdoten) als Kind , einmal im Park den Kaiser Wilhelm den Zweiten (s.o.) sah, als er mit geringem Gefolge in der Kutsche vorbeikam und den verehrungsvoll Winkenden zuwinkte. Das kam mir selber auf einmal unglaublich vor, dass vor ein paar J\u00e4hrchen in Berlin noch ein Kaiser herumkutschierte. Ich wei\u00df nicht viel von ihm, aber kann mir gut vorstellen, dass das f\u00fcr die deutsche Mentalit\u00e4t auch passt, die beiden Pole, meine ich: beherrscht zu werden in Untert\u00e4nigkeit, und gleicherma\u00dfen m\u00fchelos zu erhabener und auserw\u00e4hlter Rasse zu geh\u00f6ren. Das bleibt bis heute ein Mysterium, wenn auch ein plattes: dass dieser dunkelhaarige Kerl ein ganzes Volk, das in der Schule war, in ein gro\u00dfes Morden hineinf\u00fchren konnte. Da herrscht dann kein Volk mehr, sondern das Kriechen hat die Oberhand gewonnen. Wo das Kriechen, sei es auch noch so subtil, die Oberhand gewinnt, geschieht Unheil. Niemand au\u00dfer man selbst kann gegen so eine Neigung was tun dh. die Neigung, Anderen etwas zuzuschreiben, was man bei sich selbst nicht aktivieren kann. Ja, man kann lernen, man kann von allem lernen, aber auch das Lernen von Anderen hat seine Grenzen, n\u00e4mlich da, wo man sich um die eigene Wertsch\u00e4tzung nicht gek\u00fcmmert und dadurch vers\u00e4umt hat, die eigene Skala zu kennen, um zumindest f\u00fcr eine Weile als Richtlinie den eigenen Ma\u00dfstab zu haben. Ich finde \u00fcbrigens die Partei des BGE, des Bedingungslosen Grundeinkommens, hochinteressant und k\u00f6nnte mir vorstellen, ihnen rein aus Achtung f\u00fcr ihren Einsatz eine Stimme zu geben. Das w\u00e4re wirklich ein k\u00f6niglicher Streich, der sicher seine eigenen Ordnungen hervorbringen w\u00fcrde und m\u00fcsste, aber hallo!&#8230;Sie schlagen 1.500 Euro vor, die monatlich bedingslos an alle Landesbewohner gezahlt werden. Auf jeden Fall eine k\u00fchne Idee! Ob die nun zu mehr individueller und verantwortungsbereiter Haltung f\u00fchren w\u00fcrde, wer wei\u00df. Der Kaiser ist weg und kein Nackter in Sicht, der denkt, er h\u00e4tte eine kaiserliche Haubitze auf dem Kopf, aber trotzdem schadet es nicht, das Wesentliche zu bedenken. Es geh\u00f6rt nun mal zum menschlichen Reifungsprozess, dass letztendlich nur jede\/r selbst wissen kann, was f\u00fcr ihn\/sie richtig ist. Damit muss man leben. So wie Sokrates mal gesagt haben soll. dass, w\u00fcrde er morden, er dann sein ganzes Leben lang mit einem M\u00f6rder w\u00fcrde leben m\u00fcssen. Dh. eben, dass er wohl wei\u00df, dass der Mensch morden kann, aber er l\u00e4sst es aus genanntem gutem Grund sein, um sich selbst nicht zu schaden.<\/h5>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Worte &#8222;demos\/kratein&#8220; (griech. &#8222;Volk\/herrschen&#8220;) habe ich gerade geschrieben gesehen und fand interessant, dass das Wort &#8222;herrschen&#8220; auch hier anwesend ist. 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