{"id":348,"date":"2016-07-21T08:16:24","date_gmt":"2016-07-21T08:16:24","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=348"},"modified":"2016-07-21T08:17:23","modified_gmt":"2016-07-21T08:17:23","slug":"zusammenspiel-der-gegensaetze","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=348","title":{"rendered":"Zusammenspiel der Gegens\u00e4tze"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-349\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160719_064557-265x300.jpg\" alt=\"20160719_064557\" width=\"288\" height=\"326\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160719_064557-265x300.jpg 265w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160719_064557-768x871.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160719_064557-903x1024.jpg 903w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/20160719_064557.jpg 1055w\" sizes=\"auto, (max-width: 288px) 100vw, 288px\" \/><\/p>\n<p>Gegr\u00fc\u00dft sei der ewige Widerspruch,<br \/>\nder lebendige Widerspruch.<br \/>\nGegr\u00fc\u00dft sei das unsterbliche Ja, denn<br \/>\nes tr\u00e4gt in sich das befreiende Nein.<\/p>\n<p>Ja, wir wohnen im Gegen-Satz, und<br \/>\nunsere Werke leben fern von uns in<br \/>\nihren G\u00e4rten. Wir alle wollen uns<br \/>\nselbst sein, und sind doch nur der<br \/>\nSpiegel eines Anderen, der in uns lebt<br \/>\nals wir, die Wahl also schwer f\u00e4llt<br \/>\nzwischen dem, was uns am Boden h\u00e4lt,<br \/>\nund dem, was uns erhebt.<\/p>\n<p>Man wei\u00df nicht, ob der K\u00f6rper das<br \/>\nGef\u00e4ngnis des Geistes ist oder der<br \/>\nGeist eine Last f\u00fcr den K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Wir wohnen im Zwiespalt, in scheinbar<br \/>\nunvers\u00f6hnlichen Kluften, und kennen<br \/>\ndas Nichtertr\u00e4gliche ungen\u00fcgender Liebe<br \/>\nnoch nicht, noch nicht genug.<\/p>\n<p>Wir sind vertauschbar ohne ersichtlichen<br \/>\nGrund, und tr\u00e4umen heimlich nachts mit<br \/>\noffenen Augen von der bewegten Stille, die<br \/>\nunsere Sehnsuchtsgesten\u00a0 ins Unzertrennliche<br \/>\nf\u00fchrt und in die formvollendete Zwanglosigkeit.<\/p>\n<p>Schwarz ist hier ein hilfreiches Wesen, das uns liebt<br \/>\nmit seiner unaufl\u00f6sbaren Fremdheit. Wir k\u00f6nnen<br \/>\nsie ertragen, die Hochspannung ungeborener<br \/>\nM\u00f6glichkeiten im eigenen, inneren Raum, in dem<br \/>\nEnde liegen und Anfang zugleich.<\/p>\n<p>Wir leben im Wei\u00df, im Marmor, in der Perle.<br \/>\nEin Wei\u00df, in dem alle materiellen Eigenschaften<br \/>\nund Substanzen verschwunden sind. Wir leben<br \/>\nim Wei\u00df, in der sichtbaren Abwesenheit aller<br \/>\nFarbe, und gleichzeitig in der Summe des Farbigen.<\/p>\n<p>Ja, wir stehen mittendrin in der Zweiheit und<br \/>\nerg\u00e4nzen uns selbst, indem wir das Unvereinbare<br \/>\nverbinden, das Lautlose h\u00f6rbar machen und das<br \/>\nH\u00f6rbare lautlos. Und es zulassen, dass in manchen<br \/>\nL\u00e4ndern der Mond weiblich ist und die Sonne m\u00e4nnlich_<br \/>\nund umgekehrt Das extrem Weibliche i s t das<br \/>\nextrem M\u00e4nnliche.<\/p>\n<p>Wir f\u00fchlen uns z\u00f6gernd durch das Verh\u00e4ltnis der<br \/>\nGegens\u00e4tze zu einander, und n\u00e4hern uns einer Ahnung<br \/>\ndavon, wie es sein kann, wenn das Ich sich ergibt und<br \/>\nder Geist nur e i\u00a0 n\u00a0 e\u00a0 n Ort hat zum Aufenthalt<\/p>\n<p>Es ist uns erm\u00f6glicht worden, die Spannung der Pole<br \/>\nzu erfassen und\u00a0 aufzufangen in einem einzigen Ton.<br \/>\nWir sehen Lichtstrahlen, die abh\u00e4ngig sind von einem<br \/>\nHauch von Materie, um sichtbar zu werden im Raum.<\/p>\n<p>Wir haben Angst vor fremder Finsternis, die in uns<br \/>\nlauert als das eigene Selbst. Ach, zwischen dir und mir<br \/>\nsteht dieser Widerspruch: das Unm\u00f6gliche, das nach<br \/>\ndem M\u00f6glichen sucht, ohne das es nicht sein kann.<\/p>\n<p>Wir wohnen in der Wechselhaftigkeit von Ja und Nein,<br \/>\nund haben nichts als diesen einen Punkt, an dem wir<br \/>\nuns begegnen, Juli 2016, virtueller Raum des Geschehens,<br \/>\nmitteleurop\u00e4ische Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegr\u00fc\u00dft sei der ewige Widerspruch, der lebendige Widerspruch. Gegr\u00fc\u00dft sei das unsterbliche Ja, denn es tr\u00e4gt in sich das befreiende Nein. Ja, wir wohnen im Gegen-Satz, und unsere Werke leben fern von uns in ihren G\u00e4rten. Wir alle wollen uns selbst sein, und sind doch nur der Spiegel eines Anderen, der in uns lebt als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-348","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/348","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=348"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":352,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/348\/revisions\/352"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=348"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=348"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=348"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}