{"id":3303,"date":"2017-07-27T06:55:06","date_gmt":"2017-07-27T06:55:06","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3303"},"modified":"2017-07-27T13:46:42","modified_gmt":"2017-07-27T13:46:42","slug":"verhalten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=3303","title":{"rendered":"verhalten"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3304\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170727_085015-300x222.jpg\" alt=\"\" width=\"405\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170727_085015-300x222.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170727_085015-768x569.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170727_085015-1024x758.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170727_085015.jpg 1402w\" sizes=\"auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3305\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170710_100504-260x300.png\" alt=\"\" width=\"260\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170710_100504-260x300.png 260w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170710_100504-768x886.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170710_100504-888x1024.png 888w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/20170710_100504.png 901w\" sizes=\"auto, (max-width: 260px) 100vw, 260px\" \/><\/p>\n<p>Unterwegs h\u00f6rte ich gestern die Nachricht, dass in Deutschland wieder mehr Kinder geboren werden. Das z\u00e4hlt ja sicherlich zu den guten Nachrichten, deren Mangel immer wieder beklagt wird. Was hei\u00dft das, mehr Kinder!? Ich war auf dem Weg zu einer befreundeten Familie aus Afghanistan, deren Fluchtgeschichte uns vertraut ist, aber da die afghanischen Familienclans ziemlich gro\u00df sind, dauert es eine Zeit, bis man weitere Zusammenh\u00e4nge mitbekommt. So habe ich zum ersten Mal von Asib, dem Ehemann, geh\u00f6rt, dass er eines von 11 Kindern ist. Er hatte einen Bruder, der mit 16 Jahren von Talibank\u00e4mpfern auf der Stra\u00dfe angehalten wurde und befragt, warum er englische B\u00fccher bei sich habe, die seien doch von den Ungl\u00e4ubigen. Daraufhin haben sie ihn erschossen und dann tot vor die Haust\u00fcre gelegt. Asib hatte nur noch e i n Bild von ihm auf seinem Smartphone, ein hochgeschossenes Kind. Ich sage jetzt nicht, warum mehr Kinder haben, die k\u00f6nnen doch erschossen werden, aber man staunt\u00a0 immer mal wieder dar\u00fcber, dass all diese Menschen, \u00fcber die wir uns gern beklagen und die in der \u00dcberzahl scheinen, vor kurzem noch Kinder waren. Das Staunen kann man auch auf Friedenszeiten ausdehnen, die wir gerade genie\u00dfen d\u00fcrfen und uns umschauen k\u00f6nnen, was so alles in dieser paradiesischen F\u00fclle aus uns geworden ist, und was wir den kommenden Erwachsenen anbieten. Ich habe mal kurzzeitig notiert, was einem etwa in Statistiken verklickert wird, da sie meistens aus gr\u00f6\u00dferen Menschenmengen gepr\u00fcfter Tatsachen hervorgehen wie z.B. dass allein in NRW 10.000 Menschen an Aids erkrankt sind, oder dass sich alle 40 Sekunden in der Welt jemand umbringt u.s.w, sodass man froh ist, dass Lebende \u00fcbrigbleiben, und nicht wenige, auch wenn von kerngesundem Menschentum kaum die Rede ist. Was ist schon kerngesund? Kleine Kinder sind oft kerngesund, da schaut dann jeder gern hin und freut sich auch dar\u00fcber, wenn diese Kinder gen\u00fcgend Raum haben und liebevolle Aufmerksamkeit, um zu werden, wer sie sind. Als ich die kleine Asna (1 1\/2 Jahre) gestern mit dem Smartphone ihrer Mutter ziemlich kompetent umgehen sah, fiel mir der Ausdruck\u00a0 eines Philosophen ein, den ich neulich geh\u00f6rt hatte und der vor &#8222;digitaler Demenz&#8220; gewarnt hatte, da das ewige Fingern auf der Tastatur einiges im menschlichen System aussterben l\u00e4sst. Das klingt schon wieder, als w\u00fcrde ich vor dem Kinderkriegen warnen, aber das w\u00fcrde mir nicht in den Sinn kommen. Was mir aber in den Sinn kommt ist die Frage, ob wir selbst schon bewusst genug mit unserem Verhalten umgehen, sodass wir das Menschsein nicht nur leben, wie es zu kommen scheint, sondern die notwendige M\u00fche im Umgang mit Anderen einsetzen und erkennen, wie wahrlich schwer es ist, ohne Verlagerung auf Gott und die Welt und ohne Erwartungshaltung an alle Menschen au\u00dfer uns selbst zu suchen und zu finden, wie das geht, ein sogenannter &#8222;guter&#8220; Mensch zu sein, dem man gerne Kinder anvertraut. D.h, m.E. wenigstens zu sehen, was ich anrichte und wie vernichtend die Wirkung meines eigenen Verhaltens sein kann, wenn ich mich nicht in das Blickfeld nehme als jemanden, der durchaus dar\u00fcber nachdenken muss. Neulich hat mir eine Mutter erz\u00e4hlt, wie ersch\u00fcttert sie war, als ihre kleine Tochter sie wutverzerrt angestarrt und geschrien hat &#8222;ich hasse dich&#8220;. Ja, Kinder sagen so was, aber ernst nehmen darf man es trotzdem. Vielleicht ist Liebe wirklich der Verzicht auf unangemessenes und vernichtendes Verhalten. Es sind die Kinder, die uns mit ihren wachen Beobachtungen begegnen, \u00fcberall auf der Welt. Von wem sollen sie lernen, wenn auch wir noch von Anderen ein menschliches Verhalten erwarten, zu dem wir selbst oft\u00a0 nicht f\u00e4hig sind?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unterwegs h\u00f6rte ich gestern die Nachricht, dass in Deutschland wieder mehr Kinder geboren werden. Das z\u00e4hlt ja sicherlich zu den guten Nachrichten, deren Mangel immer wieder beklagt wird. Was hei\u00dft das, mehr Kinder!? 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