{"id":2701,"date":"2017-05-18T09:07:45","date_gmt":"2017-05-18T09:07:45","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2701"},"modified":"2017-05-18T09:07:45","modified_gmt":"2017-05-18T09:07:45","slug":"geschnuertes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2701","title":{"rendered":"Geschn\u00fcrtes"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2702\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094907-110x300.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094907-110x300.jpg 110w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094907-377x1024.jpg 377w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094907.jpg 578w\" sizes=\"auto, (max-width: 110px) 100vw, 110px\" \/> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2703\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094932-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"169\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094932-169x300.jpg 169w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094932-768x1365.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094932-576x1024.jpg 576w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20170518_094932.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 169px) 100vw, 169px\" \/><\/p>\n<p>Manchmal entdeckt man ein Ding, das man lange nicht gesehen hat, und auf einmal sieht man es wieder und merkt, wie man es immer sch\u00f6n fand. &#8222;Immer&#8220; hei\u00dft hier, solange man sich erinnern kann. Man kann Schnur schon als Kind geliebt haben. Schnur ist ein Wunder an sich. Einerseits wird es von Menschen hergestellt, andrerseits gibt es in der Natur sehr viel Schnur\u00e4hnliches. Vielleicht wurden auch die ersten Seilt\u00e4nzer und Trapezk\u00fcnstler von Tieren angeregt, die ihre eigenen, phantastischen Netze spinnen ohne Ausbildung. Aber was man als Mensch, ist die Schnur einmal unter uns angekommen, alles mit ihr machen kann, ist ja beeindruckend. Kein Haushalt ohne Schnur. Schn\u00fcrsenkel werden immer noch geschn\u00fcrt, auch Rucks\u00e4cke usw. Ich meine jedoch nicht so sehr diese exotischen Varianten, sondern die einfache Schnur, die vielleicht im Hanfseil eine Steigerung hat. Aber was ich immer geliebt habe, ist diese einfache Schnur. Die Farbe ist sch\u00f6n, und kombiniert mit ihren Schattierungen kann sie ihre Sch\u00f6nheit richtig entfalten. Wie in allem Hellen, so gibt es nat\u00fcrlich auch hier die dunklen Seiten des Schn\u00fcrens, zum Beispiel die zugeschn\u00fcrte Kehle, die einen nicht zu Wort kommen l\u00e4sst, und die, an der man sterben kann. Da kann es regelrecht finster werden. Wie kam ich drauf, hinweg, hinweg, damit die eigene Kehle frei bleibt. Ach ja, es tauchte an meinem Horizont wieder eine Marktl\u00fccke auf. Ich habe ja, wie berichtet, einen Riecher f\u00fcr Marktl\u00fccken. Meine Marktl\u00fccken haben allerdings wenig mit dem Profit an M\u00e4rkten zu tun, sondern mit der Freude der L\u00fccke, die man als anregenden Denkbewegungsraum nutzen kann. So kam der Gedanke auf, man k\u00f6nnte B\u00fcndel schn\u00fcren und sie Menschen zur Auswahl reichen. Da ist das Sorgenb\u00fcndel, oder das Freudeb\u00fcndel, oder das Festlichkeitsb\u00fcndel oder das Trauerb\u00fcndel, oder das Navigationsb\u00fcndel, oder das W\u00fcstenb\u00fcndel undsoweiter, eben was man grad braucht, kann man w\u00e4hlen. In dem pergamentartig gerollten B\u00fcndel gibt es eine Auswahl von Zust\u00e4nden, die mit dem Thema zu tun haben, sie werden auch von einem selbst geb\u00fcndelt. Das Gute daran w\u00e4re, dass es einem bei der Frage, wie man grad drauf ist, helfen k\u00f6nnte. Man \u00f6ffnet also das einem mehr oder weniger entsprechende B\u00fcndel mit der sch\u00f6nen Schnur, und sieht nach, ob etwas resoniert. Ja, keine Ursache. Gerne. Dann gibt es nat\u00fcrlich noch die schnurlosen Bindungen, die man mit Menschen oder Dingen hat. Oder man hat noch ein Telefon mit sehr langer Schnur, das man elegant durch die Gegend tragen kann, bis man da sitzt, wo man sitzen m\u00f6chte. Das gleicht eher dem Tanz. Aber schnurgerade auf etwas zugehen ist auch sch\u00f6n. Gestern habe ich auf einen Tipp hin bei Arte eine Dokumentation \u00fcber &#8222;Monte Veritas&#8220; gesehen (empfehlenswert aus verschiedenen Gr\u00fcnden), und dort wurden ab und zu Frauen aus dem 18. Jahrhundert eingeblendet, die von Korsetts so eingeschn\u00fcrt waren, dass man sich wundern darf. Sich einschn\u00fcren oder einschn\u00fcren lassen ist keine gute Idee. Man prangert unsere momentane Zeit oft an, aber ich finde, dass auch eine Entschn\u00fcrung durch die Welt geht, mit der man in verbindlichen oder unverbindlichen Kontakt kommen kann, wenn man m\u00f6chte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal entdeckt man ein Ding, das man lange nicht gesehen hat, und auf einmal sieht man es wieder und merkt, wie man es immer sch\u00f6n fand. &#8222;Immer&#8220; hei\u00dft hier, solange man sich erinnern kann. Man kann Schnur schon als Kind geliebt haben. Schnur ist ein Wunder an sich. 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