{"id":2652,"date":"2017-05-10T09:34:10","date_gmt":"2017-05-10T09:34:10","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2652"},"modified":"2017-05-10T09:34:10","modified_gmt":"2017-05-10T09:34:10","slug":"tierisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2652","title":{"rendered":"tierisch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2653\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20161036-300x239.jpg\" alt=\"\" width=\"402\" height=\"320\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20161036-300x239.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/20161036.jpg 604w\" sizes=\"auto, (max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/p>\n<p>Die Tiere k\u00f6nnen auch sprachlich eingebaut werden wie in &#8222;ich hab mich tierisch gefreut, oder &#8222;ich hatte tierische Schmerzen&#8220;. Es gibt ja auch das Raubtier und den Wellensittich&#8230;obwohl, ob da wellness noch so sittlich ist, so im K\u00e4fig vor sich hinzwitschern zu m\u00fcssen zur Freude der Kinder&#8230;.wer will&#8217;s beurteilen k\u00f6nnen oder wollen. Klar ist, dass in den beiden mir einigerma\u00dfen vertrauten Kulturen der Umgang und das Zusammensein mit Tieren sehr unterschiedlich ist. Als in meinem indischen Dorf die erste Hundeleine mit Besitzer auftauchte, gab es viel sp\u00f6ttisches Beiwerk, denn das Land ist voller Hunde, die jedem gerne nachlaufen w\u00fcrden, wenn man sie ein paar mal gef\u00fcttert hat. Letztes Jahr habe ich zwei Frauen aus England getroffen, die einen indischen Stra\u00dfenk\u00f6ter zu &#8222;Hugo&#8220; hochgep\u00e4ppelt hatten, und den mussten sie dann an die Leine nehmen, weil er von anderen seiner Art total angegriffen und abgelehnt wurde, vielleicht, weil er seiner Kaste und seinem Karma entkommen war. Es war hoch kompliziert und sehr teuer, Hugo nach England fliegen zu lassen, aber die beiden hatten keine Zweifel. Jetzt muss ich schauen, wo eigene Befindlichkeit oder Interesse am Thema herkamen, und w\u00fcrde das Herumwandern im Tierischen am liebsten auf den heranrauschenden Vollmond schieben als taghellen Somnambulismus,\u00a0 aber wer schiebt dieser Tage schon gerne was auf irgendwen. Ich war auf einem Rundgang\u00a0 im Wald, der direkt an unserem Haus liegt. Ein furchtlos machender Wald, keine Kobras, keine Affenbanden. Wenn Menschen einem entgegen kommen, die ihren Hund spazieren f\u00fchren ohne Leine, kann man schon von weitem nach der Leine rufen, denn alle denken, ihr Hund sei so lieb, aber was wei\u00df ich, wie die alle drauf sind. Dann vorbei an den Wiesen, satte, gr\u00fcne Wiesen, auf denen K\u00fche ihre ersch\u00fctternd gro\u00dfen Euter durch die Gegend schleppen, und man sieht deutlich, dass das Tier hinter sich als Gebrauchsgegenstand verschwindet. Das kommt auf den Teller oder in die Flasche. Alles so billig, dass das, was da geschieht, sich kaum lohnt. In Indien begehen die Bauern auch Selbstmord, weil sie nicht mehr weiter wissen. Hier sterben sie wohl eher innerlich aus Mangel am Sinn ihres Berufes. Als ich meine Mutter mal durch die Gegend kutschierte, fand ich als Vegetarierin in den Restaurants manchmal nur Kartoffeln zum essen, auch lecker. Nach vielen Jahren Asien war ich an deutsche Speisekarten nicht mehr gewohnt und war erstaunt, wie viele tote Tiere es an jeder Ecke der Strecke zu essen gab. Auch wenn man das Schlachten direkt sieht, ist es nicht sch\u00f6n. In meinen 9 Jahren in Kathmandu erlebten wir jedes Jahr das rituelle Schlachten von 108 B\u00fcffeln. Der K\u00f6nig musste mit einem dementsprechenden Instrument den ersten t\u00f6dlichen Hieb verpassen. Die buddhistischen M\u00f6nche haben es total abgelehnt, kamen aber durch einen Hindu-Tempel in ihrer N\u00e4he mit dem Blut der Opfer in Ber\u00fchrung. Die Tibeter waren in ihrer eigenen Heimat vor allem\u00a0 abh\u00e4ngig von Yakfleisch, da es sonst nicht viel gab. Geschlachtet wurden die Tiere von Muslimen, weil sie eine besondere Art des T\u00f6tens haben sollen. Das Tier lebt mit ihnen, hat auch einen Namen, wird dann am Todestag gestreichelt und zack!, Kehle durch. Zur\u00fcck aus Asien, arbeitete ich kurz bei einer j\u00fcdischen Bekleidungsfirma. Ich h\u00e4tte in die Pelzabteilung aufsteigen k\u00f6nnen, musste aber ohne Bedauern ablehnen. &#8222;Aber ich bitte Sie!&#8220;, sagte die Pelzabteilungsleiterin, &#8222;wir fangen diese Tiere doch nicht ein, sondern sie werden als Pelzm\u00e4ntel gez\u00fcchtet.!&#8220; Ach so! Na dann. Ich bin selbst gar nicht so ein Tierfreund. Ich finde es sch\u00f6n, wenn sie da sind und frei ihrer Wege gehen k\u00f6nnen und ihr eigenes Leben leben. Auch ins Vegetariertum bin ich irgendwann mal so hineingeschliddert. Einen echten Vegetarierinnenruck habe ich erst von Jonathan Foer&#8217;s Buch &#8222;Tiere essen&#8220; erfahren&#8220;. Er war wegen\u00a0 seinem Sohn ins Nachdenken gekommen, der ihn fragte &#8222;wo kommt das Fleisch auf meinem Teller her?&#8220; &#8222;Von den Tieren, mein Kind&#8220;, sagte Foer dann zu ihm, &#8222;von den Tieren.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tiere k\u00f6nnen auch sprachlich eingebaut werden wie in &#8222;ich hab mich tierisch gefreut, oder &#8222;ich hatte tierische Schmerzen&#8220;. Es gibt ja auch das Raubtier und den Wellensittich&#8230;obwohl, ob da wellness noch so sittlich ist, so im K\u00e4fig vor sich hinzwitschern zu m\u00fcssen zur Freude der Kinder&#8230;.wer will&#8217;s beurteilen k\u00f6nnen oder wollen. 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