{"id":2421,"date":"2017-04-12T09:18:20","date_gmt":"2017-04-12T09:18:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2421"},"modified":"2017-04-12T09:27:03","modified_gmt":"2017-04-12T09:27:03","slug":"freie-fahrt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=2421","title":{"rendered":"freie Fahrt"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentimage w50\">\n<div class=\"image-container landscape\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2423\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104647-112x300.jpg\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104647-112x300.jpg 112w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104647-382x1024.jpg 382w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104647.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 88px) 100vw, 88px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"resize\" title=\"Der Windjammer Alexander von Humboldt\" src=\"http:\/\/www.ndr.de\/kultur\/geschichte\/schiffe\/alex151_v-zweispaltig.jpg\" alt=\"Der Windjammer Alexander von Humboldt \u00a9 www.gruene-segel.de \" width=\"419\" height=\"236\" data-type=\"contentklein,contentgross,contentxl,einspaltig,zweispaltig,vierspaltig,thumbnailgross,anderthalbspaltig\" data-basename=\"\/kultur\/geschichte\/schiffe\/alex151_v-{imagetype}.jpg\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2424\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104755-112x300.jpg\" alt=\"\" width=\"88\" height=\"236\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104755-112x300.jpg 112w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104755-383x1024.jpg 383w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170412_104755.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 88px) 100vw, 88px\" \/><\/div>\n<p>Als ich vor (vielen) Jahren im indischen Dorf etwas eingesiedelt und angesiedelt war und allm\u00e4hlich andere &#8222;Foreigners&#8220; eintrafen und auch l\u00e4nger blieben, fragten mich die Einheimischen \u00f6fters erstaunt nach westlichen Vorstellungen von &#8222;Freiheit&#8220;. F\u00fcr Hindus war es z.B. undenkbar, dass ein Mensch, der ab 10 Uhr aufsteht und dann irgendwann aufs Klo gehen muss, &#8222;frei&#8220; sein kann. Der Busfahrer, der indische Menschen in einen Morgen hineinkutschiert, wei\u00df genau, wann alle w a s m\u00fcssen, und zwar, wenn auch er nach indischen Traditionsvorgaben muss. Die Freiheit, die ein Inder oder eine Inderin erf\u00e4hrt, ist die Freiheit, die B\u00fcrde des Schicksals, das sich im Laufe der Zeit zu erkennen gibt, auf angemessene Weise zu handhaben. Daher verbl\u00fcfft es sie, wenn ein Mensch, den die westliche Gesellschaft ja ziemlich &#8222;frei&#8220; l\u00e4sst zu entscheiden, sich der Meinung des Kollektivs nach nicht &#8222;angemessen&#8220; verhalten kann. Das bedeutet: gem\u00e4\u00df sorgsam reflektierter Werte, die durch die Jahrtausende des menschlichen Verhaltens noch optimiert werden konnten. Der westliche Mensch tr\u00e4gt aber genau die gleiche B\u00fcrde, nur in anderer Kost\u00fcmierung des Gedankentums. Im Westen ist ja das sogenannte &#8222;Ich&#8220; gr\u00fcndlich hervorgelockt und stabilisiert worden. Und nun darf man sich drum k\u00fcmmern und darf, gleicherma\u00dfen als Frau und als Mann, gr\u00fcndlich dar\u00fcber nachdenken&#8230;.ja \u00fcber was denn, \u00fcber was denken die meisten&#8220; freien&#8220; Menschen im Westen eigentlich nach.(?) Es gibt ja nach wie vor\u00a0 exzellente Vordenker\/Innen, und zur Optimierung des Seins gibt es ebenso viele anlockende Angebote wie zur Heilung all der seelischen und geistigen Wunden, von denen ein westlicher Geist notgedrungenerma\u00dfen ausgeht, da er \u00fcberall mit Wunden in Ber\u00fchrung kommt. Oder er f\u00e4llt dem erholsamen Gleichmut anheim, wo aufgetankt werden kann zu neuem seelischem Aufschwung. Vielleicht kommt deshalb die Wortsch\u00f6pfung &#8222;fly sein&#8220; als Jugendwort des Jahres gek\u00fcrt, aus kollektiver Erfahrung,\u00a0 denn hier geht immer jemand oder etwas ganz besonders ab. (Ist frei sein fly sein?) Inder fliegen auch ganz sch\u00f6n ab von ihren kulturellen Positionen, aber das Kollektiv, mit naivsten Formen der Gl\u00e4ubigkeit an die lebensspendenden und erhaltenden Rituale gebunden, h\u00e4lt die st\u00e4ndig dahinter brodelnde Anarchie noch im Zaum. \u00dcberall kann man sich, wenn man m\u00f6chte, auch aus zutiefst pers\u00f6nlichem Interesse, in der Menschheit nach &#8222;freien&#8220; Menschen umsehen, was eher einer Schulung der Wahrnehmung gleicht, was ich \u00fcberhaupt selbst unter &#8222;Freiheit&#8220; verstehe. Dieses\u00a0 Jahr in Indien ist mir noch klarer geworden, dass das Heraustreten des Individuums aus dem Pulk der Gesellschaften, seien es Religionen oder Familienb\u00fcnde oder Industrieunternehmen usw. erst erm\u00f6glicht, sie als Konstrukte zu erkennen, wodurch die Frage nach&#8220;Drin-oder Drau\u00dfensein&#8220; relativ unbedeutend wird. Bedeutend wird aber die &#8222;Verantwortung&#8220;, ein Wort, das ich gerne durch ein anderes mit dieser Bedeutung ersetzen w\u00fcrde, wenn es eines g\u00e4be, was weniger schwer geladen ist. Die Verantwortung f\u00fcr das eigene Vorhandensein also. &#8222;Verantwortung&#8220; bedeutet ja nur &#8222;Antwort geben k\u00f6nnen&#8220;, in meinem Sinne auf das, was man als Freiheit versteht, und was einem, auch unabh\u00e4ngig von pers\u00f6nlichen Meinungen, als letztendlich situativ angemessen erscheinen mag im Umgang mit Menschen. Ich denke, wenn Freiheit und Verantwortung zusammenflie\u00dfen, ergibt sich daraus ein kreatives Potential, das zu angemessener Resonanz auf das jeweilige Geschehen in der Lage ist.<br \/>\nDen Artikel \u00fcber die Jugendsprache und die j\u00e4hrlich pr\u00e4mierten Worte habe ich monatelang in meinem Gep\u00e4ck herumgetragen. Mich interessieren neue Worte, die im Sprachgebrauch auftauchen, da ich selbst Worte kreire, wenn ich das bisher Verf\u00fcgbare f\u00fcr mich erweitern m\u00f6chte. Noch ein Wort, das mir gefallen hat, war &#8222;Niveaulimbo&#8220;(2010 pr\u00e4miert). Das Versinken eines gewissen Niveaus, dem man bei der abenteuerlichen Reise in der Navigation immer mal wieder ausgesetzt ist, sollte durchaus ab und an als Gefahr gedeutet werden.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich vor (vielen) Jahren im indischen Dorf etwas eingesiedelt und angesiedelt war und allm\u00e4hlich andere &#8222;Foreigners&#8220; eintrafen und auch l\u00e4nger blieben, fragten mich die Einheimischen \u00f6fters erstaunt nach westlichen Vorstellungen von &#8222;Freiheit&#8220;. 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