{"id":18215,"date":"2023-11-26T09:42:19","date_gmt":"2023-11-26T09:42:19","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=18215"},"modified":"2023-11-26T09:45:51","modified_gmt":"2023-11-26T09:45:51","slug":"25-11-2023-11-uhr-33","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=18215","title":{"rendered":"25.11.2023 &#8211; 11 Uhr 33"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-18216\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231126_064123-300x238.jpg\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"257\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231126_064123-300x238.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231126_064123-768x609.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231126_064123-1024x813.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/20231126_064123.jpg 1366w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern, am Samstag also, hat es zum ersten Mal geschneit. Am Morgen war sie, Claudia, noch am Leben, aber \u00fcber Nacht war etwas Neues geschehen. Sie versuchte zu reden, aber ihre Worte waren nicht mehr zu verstehen. Auch der Wunsch nach Verstehen kann sich mal zur\u00fcckziehen &#8211; ah, wie vorz\u00fcglich, keine\/r, der wei\u00df, wie es geht, und doch geschieht alles wie von selbst. Aus dem eigenen Selbst also flie\u00dft es heraus und ist mit dem, was geschieht, in Verbindung. Am Schluss, wenn die Sterbenden nach ihrem Ausweg suchen, dringen keine Gef\u00fchle mehr in ihr Au\u00dfen. Wir sind dann das Au\u00dfen, das f\u00fcr weitere Gestaltungen zust\u00e4ndig ist. Aber zuerst kommt der Moment, wo ein Mensch seinen oder ihren letzten Atemzug tut. Der kam dann, wie immer doch \u00fcberraschend, denn das ist er (oder sie), der Tod, (la mort), so konsequent radikal, sodass hier (zum Beispiel) die Spielerin keine Geschichten mehr erz\u00e4hlen oder deuten oder mitbringen kann. Nichts kann sie berichten von dem, was sie innerlich sieht, und auch die Augen selbst bleiben zur\u00fcck. Und obwohl der Tod auch unser\/e Begleiter\/in ist, drehen wir um mit den Nachen und fahren in eine andere Richtung als die, die gerade aus unserem Feld entschwunden ist. Und nun gibt es H\u00f6renswertes: im Sterbeprozess, (erz\u00e4hlte sie einem gemeinsamen Freund am Telefon), hat sie ihre gl\u00fccklichste Zeit erlebt. Alles, was an W\u00fcnschen noch \u00fcbrig blieb und d a s, von dem immer etwas gefehlt hatte, das zog sie nun an sich wie ein Magnet. Und als sie, der Magnet, nur noch im Bett lag und vollkommen abh\u00e4ngig war von den Helfer:innen, da konnte sie vermitteln, dass sie frei war: alles erledigt, alles abgerundet, reisebereit. Ja, in den letzten Tagen gab&#8217;s noch ein bisschen Frust, weil sie das von ihr selbst bestimmte Sterbedatum nicht einhalten konnte. Aber gut, nur um zwei Tage hat sie sich dann vertan, bis sich das dazu Notwendige fand und l\u00f6ste. Wir sind Begleiterinnen. Unsere Sprache weist hin auf die G\u00e4rten des Augenblicks, wo das Geliebte sich findet. Dort trifft, ohne Widersacher, das Selbst die Vorboten des Leisen. Mit Dank und Hochachtung f\u00fcr die Gnade des Erlebens!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern, am Samstag also, hat es zum ersten Mal geschneit. Am Morgen war sie, Claudia, noch am Leben, aber \u00fcber Nacht war etwas Neues geschehen. Sie versuchte zu reden, aber ihre Worte waren nicht mehr zu verstehen. 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