{"id":17286,"date":"2023-04-19T08:30:50","date_gmt":"2023-04-19T08:30:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17286"},"modified":"2023-04-19T08:30:50","modified_gmt":"2023-04-19T08:30:50","slug":"vorausgesetzt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=17286","title":{"rendered":"vorausgesetzt"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-17287\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230419_093010-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"381\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230419_093010-225x300.jpg 225w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/20230419_093010-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 286px) 100vw, 286px\" \/><br \/>\nfreundlich<\/h6>\n<h5>Es ist ja nicht wirklich m\u00f6glich, dem Prozess des \u00c4lter- bzw. Altwerdens durch irgendeine sei sie noch so \u00fcbergeordnete T\u00e4tigkeit oder Gedankenstruktur zu entkommen. Nicht, dass es \u00fcberhaupt um ein Entkommen geht, obwohl auch intelligente Geister sich emp\u00f6rt haben \u00fcber diese zwanghaft einem auferlegte Zumutung. Und ja, wer will schon w\u00e4hrend des Jungseins darauf achten, dass gew\u00fcnschte Exzesse sp\u00e4ter zu ung\u00fcnstigen Resultaten f\u00fchren k\u00f6nnten, was nicht immer der Fall ist. Als ich nach vielen durchgerauchten Jahren dann doch einmal zum Lungencheck gehen musste und auf die Rechnung meiner fr\u00fcheren Raucherleidenschaft wartete, hatte ich \u00fcberhaupt nichts Sch\u00e4dliches an der Lunge. Es war die Zeit ungetr\u00fcbter Raucherfreude, als einen noch nicht auf jedem Tabakbeutel die gr\u00e4\u00dflichsten Raucheralbtr\u00e4ume entgegenstarrten. Es gibt Zeiten, wo man ganz klar mit etwas aufh\u00f6ren m\u00f6chte oder muss, sei es nun das Rauchen oder Steak Tartar zu einem Schluck Bloody Mary. Die Sachen selbst sind ja immer der harmlosere Teil, das andere die Handhabung des Verf\u00fcgbaren, und wie man sich damit f\u00fchlt. Epikur hielt es mit zwei unterschiedlichen Weisen, einmal mit der Schlemmerei, andrerseits wog er sie aus mit der bereitwilligen Kargheit, sowas wie Brot, K\u00e4se und vielleicht ein Glas Rotwein, eine andere Form von Luxus, den es zu sch\u00e4tzen gilt. Und schreiten also die Jahre voran, kann man auch hier \u00fcber den Mangel an Herausforderungen nicht klagen. Denn welche Art von Zauberformel m\u00f6chte man denn selbst f\u00fcr das eigene \u00c4lterwerden aus dem gro\u00dfen Weltenhut hervorzaubern, und wie weit ist es einem gelungen, den pers\u00f6nlichen Raum offen zu halten f\u00fcr eine freie, selbstbestimmte Haltung der eigenen Lebensf\u00fchrung gegen\u00fcber. Auch in Indien war es nicht mehr m\u00f6glich, sich \u00fcber die immerhin potentielle M\u00f6glichkeit der Weisheitserwerbung zu unterhalten. Fr\u00fcher konnte man sie noch zuweilen antreffen, die \u00e4lteren und alten Weisheitstr\u00e4ger:innen, aber als der eisige Wind der digitalen Revolution durch die antiken Gehirne fegte, \u00e4nderten sich die Symbole der Macht, und an Weisheit war kaum mehr zu denken. Sie kann ja nicht wirklich erworben werden, sie ist g\u00fcnstigerweise ein Resultat vieler verborgener Entscheidungen, wenn an den Kreuzwegen immer nur Eine\/r die epischen Entscheidungen treffen musste und wollte und konnte, eben wenn wir vom Schicksal erwischt werden und ein Lichtstrahl in die Luke f\u00e4llt. Oder wenn der K\u00f6rper unversehens ins Rampenlicht r\u00fcckt und Raum beansprucht f\u00fcr eigene Monologe. Wer ist Mistress, wer Sklave? Nicht, dass es hier (noch) um moralische Wertungen geht, nein, es geht um Klarheiten, oder vielleicht geht es nur um eine einzige, unumst\u00f6\u00dfliche Klarheit: wer immer ich auch durch mich selbst geworden sein mag auf dem immer l\u00e4nger werdenden Pfad, so ist es gut, diese Wanderin zu kennen, soweit das m\u00f6glich war und immer noch ist, und Freude zu haben an der pers\u00f6nlichen Begleitung, was einige M\u00fchen voraussetzt.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>freundlich Es ist ja nicht wirklich m\u00f6glich, dem Prozess des \u00c4lter- bzw. Altwerdens durch irgendeine sei sie noch so \u00fcbergeordnete T\u00e4tigkeit oder Gedankenstruktur zu entkommen. Nicht, dass es \u00fcberhaupt um ein Entkommen geht, obwohl auch intelligente Geister sich emp\u00f6rt haben \u00fcber diese zwanghaft einem auferlegte Zumutung. 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