{"id":16849,"date":"2023-01-18T05:51:50","date_gmt":"2023-01-18T05:51:50","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16849"},"modified":"2023-01-18T05:52:34","modified_gmt":"2023-01-18T05:52:34","slug":"veraendern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=16849","title":{"rendered":"ver\u00e4ndern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-16850\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230118_090425-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"255\" height=\"357\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230118_090425-214x300.jpg 214w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230118_090425-768x1077.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230118_090425-730x1024.jpg 730w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20230118_090425.jpg 1884w\" sizes=\"auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px\" \/><\/p>\n<h5>Gestern hatte ich Besuch vom Pujari (Tempelpriester) des Krishna-Tempels, der geh\u00f6rt hatte, dass ich schon l\u00e4nger hier bin und sich fragte, warum ich nicht wie sonst an meinem Steinsitz am See aufgetaucht bin mit meiner Schreibausr\u00fcstung. Damals hatte sich in der N\u00e4he auch ein Sadhu niedergelassen, den ich aus meiner Sadhni Wanderzeit kannte. Und so kam es dazu, dass wir morgens \u00f6fters mal zusammen herumstanden, bis Lakshmi Kant dazu kam und von nun an uns allen besten Chai brachte, er hatte um die Ecke einen Chai-Shop. Das erz\u00e4hlte mir alles Rahul am Morgen noch einmal mit einer gewissen Wehmut, denn so etwas konnte nicht immer geschehen, sondern es hatte seine eigene Zeit, immerhin \u00fcber Jahre hinweg. Es erinnerte mich an das Thema \u00fcber die Anderen, und wo uns ihr Dasein betrifft. Unsere Treffen waren schon deshalb gelungen gewesen, weil wir aus vier vollkommen verschiedenen Welten kamen und uns auch sprachlich bem\u00fchen mussten, damit das jeweils Gemeinte bei allen ankommen konnte. Der Sadhu und Lakshmi Kant sprachen kein Englisch, Rahul, der Pujari sprach es flie\u00dfend, ich lag so in der Mitte zwischen Hindi und Englisch, und so war es f\u00fcr uns alle auch eine kleine, angenehme Abwechslung in unseren verschiedenen Routinen des Alltags. Nun klagte Rahul dar\u00fcber, dass alles im Tempel unertr\u00e4glich f\u00fcr ihn geworden war, zu viele Menschen ohne wirkliche Ernsthaftigkeit, dadurch zu laut und leer, sodass er nun\u00a0 nur noch ganz fr\u00fch seinen Dienst macht und um 10 Uhr wieder geht. Da so eine Tempelarbeit auch immer eine Geldquelle ist, will er sich demn\u00e4chst was anderes einfallen lassen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, das ist doch vern\u00fcnftig. Auf meinem Tisch lag die deutsche \u00dcbersetzung des heiligen Textes \u00fcber diesen Ort hier, den mir Aditya Malik, der \u00dcbersetzer und brilliante Kommentator dieses Werkes,\u00a0 vor vielen Jahren auf der Terasse der Maharani von Jaipur \u00fcberreicht hatte und der scheinbar nur in Sanskrit, aber nicht in Hindi existiert. Gierig bl\u00e4tterte Rahul darin herum und war hell entz\u00fcckt, als er auf der noch schwarz\/wei\u00dfen Bilderstrecke &#8222;seinen&#8220; Tempel vorfand, allein auf weiter Flur, w\u00e4hrend er nun von Hotels und einer befahrenen Stra\u00dfe umringt ist, auf der anderen Seite aber immer noch an den See grenzt. Dieser Besuch best\u00e4tigte mir den Eindruck, dass wir uns alle auf irgendeine Weise ver\u00e4ndern und neu orientieren m\u00fcssen, um den Tatsachen gerecht zu werden. Diese Tatsachen des global Unab\u00e4nderlichen, mit dem man umgehen muss, gab es sicherlich auch schon &#8222;immer&#8220;. Aber es besteht kein Zweifel, dass durch die Neuheit der durch und durch informierten Weltbev\u00f6lkerung sich vollkommen unbekannte und ungewisse Dimensionen auftun, die uns weiterhin bedr\u00e4ngen und besch\u00e4ftigen werden. Denn wir sehen nun die M\u00f6glichkeit, dass der Mensch seinen Wohnort unlebbar machen kann. Und so besch\u00e4ftigt es uns, die gerade Lebenden, wie wir mit dieser seltsamen Todessehnsucht oder dem Vernichtungswillen umgehen sollen, und ob wir als Einzelne noch die Kraft aufbringen k\u00f6nnen f\u00fcr ein gutes \u00dcberleben mit den Anderen.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern hatte ich Besuch vom Pujari (Tempelpriester) des Krishna-Tempels, der geh\u00f6rt hatte, dass ich schon l\u00e4nger hier bin und sich fragte, warum ich nicht wie sonst an meinem Steinsitz am See aufgetaucht bin mit meiner Schreibausr\u00fcstung. 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