{"id":1667,"date":"2016-12-30T01:48:53","date_gmt":"2016-12-30T01:48:53","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1667"},"modified":"2016-12-30T01:48:53","modified_gmt":"2016-12-30T01:48:53","slug":"sohn-sun","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1667","title":{"rendered":"Sohn (Sun)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1668\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161228_0942311-300x279.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161228_0942311-300x279.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161228_0942311.jpg 540w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Ich habe &#8222;Raju&#8220;, der immer morgens f\u00fcr ungef\u00e4hr 3 Minuten zu meinem Platz kommt, schon 2x in Beitr\u00e4gen erw\u00e4hnt, einmal mit seinem Sarkasmus-Shirt, und dann, weil er drei T\u00f6chter hat und die Geburt eines 4. Kindes erwartet hat. Ich war 3 Tage nicht an meinem Platz, was selten vorkommt, aber lo! und behold!, wer kommt denn da gesprungen, schon von weitem rufend &#8222;wo warst du,\u00a0 wo warst du denn?&#8220; Es ist Raju, doch so kenne ich den eher Verhaltenen gar nicht, nun ein strahlender T\u00e4nzer! Es folgt eine dramatische Pause vor meinen staunenden Augen, dann darf es endlich heraus: es ist ein Sohn! Er hat einen Sohn! \u00dcber Nacht ist er vollendet. Das Gl\u00fcck und die Erl\u00f6sung toben nicht nur durch ihn, sondern durch sein Haus. Es ist vollbracht. Angst und Opfer haben sich gelohnt. Sofort geht der Virus auf mich \u00fcber und ich jauchze mit, weniger wegen der Genderkl\u00e4rung, sondern weil ich mir die Morgenminuten mit einem geistigen Betonklotz ersparen kann, bzw. meine feurigen Reden \u00fcber die extrem g\u00fcnstige Zeit f\u00fcr das weibliche Geschlecht, und was soll&#8217;s, w\u00fcrde ich \u00fcberzeugt gesagt haben k\u00f6nnen, 4 M\u00e4dels ist doch super! Nein! Ist eben nicht super! Eine tiefe Depression h\u00e4tte sich in alles eingeschlichen. Keiner, der einem beim Ableben auf dem Scheiterhaufen die Sch\u00e4deldecke mit einem Stab \u00f6ffnet, damit die Seele entfleuchen kann, und \u00fcberhaupt: weiterleben ohne Sohn! Der Sohn, der alles abrundet, denn er ist es ja auch, der sp\u00e4ter mit der zuk\u00fcnftigen Braut im Haus bleiben, das Gesch\u00e4ft weiterf\u00fchren und sich um alle und alles k\u00fcmmern wird! Er macht das Kopfweh ertr\u00e4glich wegen der drei anderen Wesen, M\u00e4dchen genannt, die eben auch da sind, ohne den gro\u00dfen Unterschied zu machen. Die werden nach dem schwer mit Gold belasteten Ehe-Arrangement eh in andere H\u00e4user ziehen, wo andere Schwiegereltern nerv\u00f6s auf den Sohn warten und keine Ruhe geben, bis er da ist. Ja hat er denn schon einen Namen, frage ich, der 3 Tage alte, kleine Kerl? Ja, hat er! Er hei\u00dft Ravi. Muss mit &#8222;R&#8220; sein, erkl\u00e4rt mir Raju, vom (indischen) Horoskop her. R wie er auch. Ravi also, einer der Namen f\u00fcr die Sonne. Ein Priester kommt vorbei, der Raju auch begl\u00fcckw\u00fcnschen m\u00f6chte, denn der Zirkel der Erleichterten ist weit. Er erkl\u00e4rt vor allem mir, dass &#8222;Ravi&#8220; ein Name ist, der das Schicksal des Tr\u00e4gers von innen nach au\u00dfen leuchten l\u00e4sst. Raju kann eh&#8216; nur noch l\u00e4cheln. Man sieht ja nicht jeden Tag jemanden vor sich stehen, der sein Gl\u00fcck kaum fassen kann! Es wird mir nun, fast nebenher, sonnenklar, warum sich M\u00e4nner oft so erw\u00fcnscht und willkommen gehei\u00dfen f\u00fchlen, denn sie haben bereits bei der Geburt alle Erwartungen gl\u00e4nzend \u00fcbertroffen. Jetzt gilt es nur, sie vollendet durchzup\u00e4ppeln, damit sie unterwegs keinen Schaden erleiden.<br \/>\nNun wieder allein mit den Nachwirkungen der Freudegeburt, f\u00e4hrt mein eigenes Gem\u00fct auf stockn\u00fcchtern. Mein innerer Blick schweift kurz \u00fcber die Heerscharen herbeigesehnter und willkommen gehei\u00dfener S\u00f6hne. Eine tiefe Denkm\u00fcdigkeit setzt ein.<br \/>\nGestern abend beim H\u00f6ren der vielen Brahmanensohn-Stimmen nicht weit von meiner T\u00fcr entfernt, staune ich mal wieder, wie oft und locker sie das Wort &#8222;mata chod&#8220; gebrauchen, &#8222;motherfucker&#8220; also, auf Deutsch klingt&#8217;s nicht so fl\u00fcssig: &#8222;Mutterficker&#8220;. Es soll ja das allerallerschlimmste der schlimmen Schimpfw\u00f6rter sein, aber selbst respektierte Sadhus benutzen es st\u00e4ndig, so als w\u00e4re der Begriff unerl\u00e4sslicher Genuss im Sprachgebrauch. Wohl denen also,\u00a0 die bei der Geburt weder untersch\u00e4tzt noch \u00fcbersch\u00e4tzt wurden und werden, und ein klares Verh\u00e4ltnis erschaffen k\u00f6nnen zur Nabelschnur.<\/p>\n<p>***************************************************************************************************************************************************<\/p>\n<p>Das Photo von heute fr\u00fch zeigt einen Shiva-Lingam und dahinter einen Sadhu-Sohn.<\/p>\n<p>***************************************************************************************************************************************************<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe &#8222;Raju&#8220;, der immer morgens f\u00fcr ungef\u00e4hr 3 Minuten zu meinem Platz kommt, schon 2x in Beitr\u00e4gen erw\u00e4hnt, einmal mit seinem Sarkasmus-Shirt, und dann, weil er drei T\u00f6chter hat und die Geburt eines 4. Kindes erwartet hat. 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