{"id":15743,"date":"2022-04-13T08:21:17","date_gmt":"2022-04-13T08:21:17","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15743"},"modified":"2022-04-13T11:37:07","modified_gmt":"2022-04-13T11:37:07","slug":"dazwischen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15743","title":{"rendered":"dazwischen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15744\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220411_102725-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"457\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220411_102725-225x300.jpg 225w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/20220411_102725-768x1024.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/p>\n<h5>&#8222;Manchmal kommt was dazwischen&#8220; wollte ich gestern auf meine Blogseite schreiben, als klar war, dass ich am Morgen wegen etwas Dringlichem unterwegs war. also dringlicher als die Angewohnheit, mich auf einen Beitrag zu konzentrieren. Also auch kein Bild, dachte ich, sondern nur die Feststellung, dass manchmal halt was dazwischen kommt. Der Satz fing dann an, innen nachzuhallen. Ich fragte mich, zwischen was eigentlich manchmal was kommt. Gerade in politisch oder pers\u00f6nlich oder gesellschaftlich stark schwankenden und angespannten Zeiten oder Umbr\u00fcchen kann es ja sehr unterst\u00fctzend sein, wenn eine gewisse Tagesordnung etabliert ist. G\u00fcnstigerweise von einem selbst, oder zumindest verbunden mit einem bestimmten Freude-Potential, das man selbst durch Verhalten und in gewissem Rahmen\u00a0 aktivieren kann. So macht es mir nicht nur Freude (und in Kenntnis der ultimaten Bedeutungslosigkeit dessen im Rahmen des Weltendramas) [dar\u00fcber nochmal nachdenken!], macht mir also nicht nur Freude, sondern st\u00fctzt mit ihrer lockeren Architektur die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Stabilit\u00e4t meines Alltags. Aber eigentlich gibt es gar kein Dazwischen. Oder es gibt nur das Dazwischen, n\u00e4mlich als immerzu drohendem oder auch erw\u00fcnschtem Eingriff in die eigene Ordnung. Corona war eine exzellente \u00dcbung in der Wahrnehmung eines Dazwischenkommens, eben zwischen die Pl\u00e4ne und die Ideen und die Vereinbarungen und die Abmachungen und die Phantasien, alles durchkreuzt vom Unsichtbaren, dessen Anwesenheit nicht mehr zu leugnen ist. Der Krieg aber macht noch deutlicher, dass hier der als normal empfundene Vorgang des Lebens so viel wie vernichtet wird. Der Krieg erscheint als das gro\u00dfe und ultimate Dazwischenkommen. Dabei kann auch er im Strom der Historie nur ein Resultat von Vorhergeschehenem sein. Etwas, das wie eine grausame Groteske \u00fcber die Existenzen der jeweils lebenden Menschen hinwegsp\u00fclt. Es regt sich als lokale St\u00f6rung, wird dann aber zuweilen ein gigantischer Sturm, der \u00fcber die Erde fegt. Wenn das vermeintliche Dazwischenkommen, zum Hauptprogramm wird, agiert es mitunter als eine Chance zum Erwachen, was immer man darunter verstehen mag. In meinem gestrigen Dazwischen, das sich einfach als das stattfindende Leben entpuppte, hatte ich die Gelegenheit, einen Narkosearzt zu fragen, was denn eigentlich durch die Narkose lahmgelegt und zum Raum einer traumfreien Dunkelheit wird. Nach einem unbequemen Z\u00f6gern meinte er: das Bewusstsein. Ich war verbl\u00fcfft, begriff aber zum Gl\u00fcck schnell genug, dass wir uns hier eindeutig in verschiedenen Welten bewegten. Und wo lokalisieren Sie das Bewusstsein, fragte ich noch. Ich glaube mich zu erinnern, dass er etwas von einer Gro\u00dfhirnrinde murmelte, aber dann \u00fcbernahm das eigentlich Stattfindende, wo man froh war, wenn der narkotisierte Mensch, den man begleitet hatte, langsam wieder zu sich kam. Und das ist ja letztendlich Bewusstsein: wieder zu sich kommen.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bild: H. Robert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Manchmal kommt was dazwischen&#8220; wollte ich gestern auf meine Blogseite schreiben, als klar war, dass ich am Morgen wegen etwas Dringlichem unterwegs war. also dringlicher als die Angewohnheit, mich auf einen Beitrag zu konzentrieren. Also auch kein Bild, dachte ich, sondern nur die Feststellung, dass manchmal halt was dazwischen kommt. 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