{"id":15620,"date":"2022-03-25T09:09:03","date_gmt":"2022-03-25T09:09:03","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15620"},"modified":"2022-03-25T11:16:27","modified_gmt":"2022-03-25T11:16:27","slug":"mittragen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15620","title":{"rendered":"mittragen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-15621\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220324_181506-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"242\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220324_181506-300x199.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220324_181506-768x508.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220324_181506-1024x678.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/p>\n<h5>Einen Vorschlag, den Harald Martenstein (Zeit Magazin) diese Woche in Richtung Friedensaust\u00fcftelstress gemacht hat, finde ich ganz gut, n\u00e4mlich dass der Papst in Kiev in v\u00f6lliger \u00d6ffentlichkeit eine Friedensrede oder Predigt halten sollte, und, das f\u00fcge ich jetzt dazu, nnichtvon der Stelle weichen, oder er,\u00a0 der Papst, sollte Zelenskys Bodyguard werden, denn wenn einer der beiden get\u00f6tet wird, geht das H\u00f6llenspektakel in eine neue Phase. W\u00e4re interessant zu wissen, ob Putin noch mit den Patriarchen plaudert, und was ihnen dann so alles einf\u00e4llt. Auch die arme Kirche, so elendig machtlos, wenn&#8217;s drauf ankommt. Jedenfalls w\u00e4re so eine Inszenierung mal ein meisterlicher Zug f\u00fcr all die, die sich eh gerne im Helden- oder gar G\u00f6tterhimmel sehen, aber gut, wohl zuviel verlangt. Als ich selber \u00fcber l\u00e4ngere Zeit keinen Zweifel hegte \u00fcber reinkarnatorische (ich arbeite f\u00fcr das Wortfindungsamt) Vorstellungen, da h\u00e4tte ich mich vermutlich auch nicht souver\u00e4n in die Schusslinie gestellt, obwohl ich (damals) dachte, ich w\u00fcrde einmal wieder kommen. Aber als wer, wenn ich mich doch gerade auf diesem ziemlich irrwitzigen Planeten einigerma\u00dfen wohnhaft gemacht habe. Ich meine jetzt nicht die M\u00f6bel, sondern das Gef\u00fchl, mit ziemlich viel Fremdheit zurecht gekommen zu sein, meiner eigenen ebenfalls. Und dann die ganzen Vorg\u00e4nge, durch die man sich einen Pfad bahnen muss, oder auch will, oder es sogar spannend findet und abenteuerlich und ungemein lehrreich. Gibt es doch kein Andserswo, wo man vom Lebendigen mehr erfahren k\u00f6nnte als hier, wo alles das ist, von dem wir was wissen, wenn auch in bescheidenem Ma\u00dfe. Auch kann man die griechische Trag\u00f6die mit ihrer Trib\u00fcne der ohnm\u00e4chtig Schaulustigen verlassen und die h\u00f6lzerne Schulbank dr\u00fccken: das, liebe Kinder, ist der Krieg, so schaut&#8217;s aus, und der Mann da, das ist Herr Putin. Martenstein erz\u00e4hlt, dass man seinem Sohn im Restaurant Papier, dann gelbe und blaue und rote Stifte brachte, der dann unter die gemalte ukrainische Flagge schrieb: Putin, hau ap! Noch lange, bevor mir die Reinkarnationsidee begegnete, n\u00e4hrte ich mal die Vorstellung, dass vor allem kleine Kinder eigentlich die Weltenlenker*innen sind, denn man muss nur mal lange genug in Kinderzimmer geblickt haben, um zu ahnen, mit welchen chaotischen und zerst\u00f6rerischen (und zauberhaft friedlichen) Anf\u00e4llen man hier zu tun hat, wobei das oft als gesund empfunden wird, weil eben die Absicht noch ziemlich arglos ist. Aber bekanntlich hat das Arglose eine gro\u00dfe Macht, beziehungsweise Wirkkraft, aber zum Gl\u00fcck l\u00e4sst man so ein Herumstreifen in den Weltanschauungen wieder los, wenn es Zeit ist. Und siehe, es kommt eine Zeit, da will man, wenn man es hinbekommt, so wenige Meinungen wie nur m\u00f6glich hochz\u00fcchten, damit sie sich nicht als Grundnahrung formieren und man an allen m\u00f6glichen Orten oder Telefonen unbedingt die eigene Meinung kundtun muss. Muss man eine haben?, und wenn, welche w\u00e4re es denn da, von der ich sagen k\u00f6nnte, dass sie meine ureigene ist?\u00a0 Deswegen verbindet der Krieg so viele mit seinem Schreckens- und Entsetzensgep\u00e4ck, eben weil wir uns als Einzelne in einer kollektiven Erfahrung bewegen, der man nicht ausweichen kann, ohne Schaden zu nehmen. Es ist ja auch nicht so, als h\u00e4tten vor Corona und vor dem Krieg alle den immerhin latent vorhandenen Frieden bejubelt oder zutiefst wertgesch\u00e4tzt. Man nannte ihn dann ja &#8222;das Normale&#8220;, also eher rastloses Weitermachen im \u00dcblichen, woran man sich leicht gew\u00f6hnen kann. Sowie (nur als Beispiel) an die Folterkammern, die, wenn einmal er\u00f6ffnet, selten wieder geschlossen werden. Trotz alledem w\u00fcnsch ich aus ganzem Herzen den dort verbleibenden Ukrainern-und Ukrainerinnen weiterhin Mut und Durchhaltekraft, die immerhin von einem Gro\u00dfteil der Weltgemeinde mitgetragen wird, das ist auch nicht ohne.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Vorschlag, den Harald Martenstein (Zeit Magazin) diese Woche in Richtung Friedensaust\u00fcftelstress gemacht hat, finde ich ganz gut, n\u00e4mlich dass der Papst in Kiev in v\u00f6lliger \u00d6ffentlichkeit eine Friedensrede oder Predigt halten sollte, und, das f\u00fcge ich jetzt dazu, nnichtvon der Stelle weichen, oder er,\u00a0 der Papst, sollte Zelenskys Bodyguard werden, denn wenn einer der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-15620","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15620","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15620"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15620\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15627,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15620\/revisions\/15627"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15620"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15620"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15620"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}