{"id":15591,"date":"2022-03-21T10:03:15","date_gmt":"2022-03-21T10:03:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15591"},"modified":"2022-03-21T10:03:15","modified_gmt":"2022-03-21T10:03:15","slug":"zeitenwende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15591","title":{"rendered":"Zeitenwende"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-15587\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220321_094051-300x163.jpg\" alt=\"\" width=\"335\" height=\"182\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220321_094051-300x163.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220321_094051-768x418.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220321_094051-1024x558.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 335px) 100vw, 335px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-15592\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220320_162227-300x183.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"183\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220320_162227-300x183.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220320_162227-768x469.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/20220320_162227-1024x626.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><br \/>\nBetten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus der Weltkornkammer<\/h6>\n<h5>Zur Zeit w\u00e4hle ich die Bilder, die meine Texte begleiten, aus einem Irgendwo, wo mich etwas anspricht. Bilder k\u00f6nnen Gef\u00fchle direkt ansprechen, eben mit der Bildersprache, die Ausl\u00f6ser sein kann f\u00fcr Tieferliegendes. Einer meiner infantilsten W\u00fcnsche war z.B. schon immer, dass jeder Mensch ein angenehmes Bett haben m\u00f6ge mit guten Kissen und warmen Decken, das macht schon viel aus. Und wenn ich ersch\u00f6pft bin, dann kann ich erst einmal Ruhe finden auf so einem Lager, und dann danach weitersehen. Und trotzdem erschreckt (mich) das Bild dieses Lagers, denn es zeigt vor allem die beiderseitige Notlage, in der sich Menschen in extremen Situationen aufeinander einstellen m\u00fcssen. Man ist nicht mehr der Mensch, der man gerade noch war, sondern man beginnt auf einem Bahnhof oder in einem Lager, oder wo auch immer es einen hinversetzt, dort beginnt man, die Wende der Zeit zu erkennen.\u00a0 F\u00fcr uns alle ist Zeitenwende. Der Krieg in der Kornkammer ist zum Zeitzeichen mutiert, zum Beispiel im Sinne des Zusammenpralls von scheinbarer Macht und scheinbarer Ohnmacht. Behauptungen erweisen sich als unkalkulierbar, viel genutzte Quellen versiegen, Herrscher bedenken, wie weit das Ruder noch zur\u00fcckgerudert werden kann, oder sie entscheiden sich f\u00fcr den t\u00f6dlichen Ruck und deklarieren fortan die L\u00fcge als Wahrheit. Man wei\u00df ja aus eigener Erfahrung, wie gut das funktioniert, auch wenn es nicht immer um Leben und Tod geht. Oder geht es immer um Leben und Tod. Man muss eingestehen, dass man sich an solch einer Tatsache nicht Tag und Nacht festbei\u00dfen kann, denn auch dadurch w\u00fcrde dann der Realit\u00e4tsverlust drohen. Das hei\u00dft man muss sie (die Realit\u00e4t) sein lassen, um ihrer gewahr zu werden. Dann kann man etwa die unz\u00e4hligen Teilchen des Ganzen sehen, aus denen es zusammengef\u00fcgt ist in konstanter Bewegung. Und w\u00e4hrend manche sich organisiert haben, um die Fl\u00fcchtenden in vor\u00fcbergehende Schutzst\u00e4tten zu geleiten, planen andere die M\u00f6glichkeiten, weitere Vernichtungsorgien in Bewegung zu setzen. Ich h\u00e4tte gedacht, mir verschl\u00e4gt es zuerst die Sprache, also die Worte. Aber es waren die Bilder, die ich nicht mehr pinseln konnte, oder wahrscheinlich nur eine Weile nicht mehr kann, weil ich nicht mehr die leere Fl\u00e4che zur Verf\u00fcgung habe, aus denen meine Bilder entstehen. Da bewegt sich nun ein Krieg und mein Umgang damit, w\u00e4hrend der Kriegswagen unerbittlich voranrollt und manche brennenden W\u00fcnsche der Fordernden nicht beachtet werden d\u00fcrfen, weil sonst der Fl\u00e4chenbrand ausbricht, den verst\u00e4ndlicherweise niemand m\u00f6chte. Und obwohl Deutschland\u00a0 eine f\u00fchrende Rolle im politishcen Geschehen zugedacht wird, denke ich, dass vor allem die Bereitschaft zur Aufr\u00fcstung den Gongschlag der Zeitenwende hervorgelockt hat. Klar, wer k\u00f6nnte wollen, dass wir nicht mehr verteidigungsf\u00e4hig w\u00e4ren. Es gilt also tats\u00e4chlich, diese erlebte Ohnmacht im Angesicht des Erschreckens in die Verteidigung unserer Werte umzusetzen. Der Politwissenschaftler Richard Lebov meinte in einem Interview, Kriege drehten sich nicht mehr um Macht und Geld, sondern durch das Studium vieler Kriege sei er zur Erkenntnis gekommen, dass die meisten Kriege das Resultat von Kr\u00e4nkungen seien. Die Opfer sind Zivilisten. Und dass die angreifende Nation oft besiegt wird, das ist bei der vorhandenen Vernichtung\u00a0 kaum mehr eine erfreuliche Botschaft, sondern eher eine Warnung vor diesem gef\u00e4hrlichen, schwer gekr\u00e4nkten Mann.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betten f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge aus der Weltkornkammer Zur Zeit w\u00e4hle ich die Bilder, die meine Texte begleiten, aus einem Irgendwo, wo mich etwas anspricht. Bilder k\u00f6nnen Gef\u00fchle direkt ansprechen, eben mit der Bildersprache, die Ausl\u00f6ser sein kann f\u00fcr Tieferliegendes. 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