{"id":15558,"date":"2022-03-18T08:58:12","date_gmt":"2022-03-18T08:58:12","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15558"},"modified":"2022-03-18T18:04:36","modified_gmt":"2022-03-18T18:04:36","slug":"augenweide","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=15558","title":{"rendered":"Augenweide"},"content":{"rendered":"<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-15558-1\" width=\"640\" height=\"360\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_1336.mp4?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_1336.mp4\">http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/IMG_1336.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Es war am fr\u00fchen Morgen, dass sie durch den Garten kamen, und es ist mir eine Freude, den Anblick teilen zu k\u00f6nnen, ist doch ein Strang der Sehnsucht in uns ausgerichtet auf &#8222;das Sch\u00f6ne&#8220; (und auch das Gute?), von dem Gottfried Benn meinte, er w\u00fcsste nicht, woher es komme, und wir wissen es auch nicht. Oder wissen wir&#8217;s doch, und es ist nur sehr schwierig, an es heranzukommen. Mit den Tieren ist das einfacher. Man sieht das, was wir als Unschuld erkennen m\u00f6chten, ihnen an, deswegen schult auch die Liebe f\u00fcr das Tier ein Verm\u00f6gen, m\u00fchelos die eigenen Vorbehalte zu sprengen. Man fasst dann (beispielsweise) als Vegetarierin Fleischkl\u00f6\u00dfchen an oder kauft eine neue Sommerzeckenzange, also erf\u00e4hrt sich in der Liebe als jemand, der \u00fcberrascht worden ist von sehr viel Gutem, was dann die Lebenskan\u00e4le \u00f6ffnen kann (aber nicht unbedingt automatisch) f\u00fcr eine Erweiterung, die man von sich selbst nicht kannte und nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte. Durch das menschliche Bewusstsein erschwert sich das Erscheinen dieser Erfahrung, denn oft genug halten wir einander f\u00fcr befremdend oder gar gef\u00e4hrlich, oder potentiell gef\u00e4hrdend, und das hat ja auch seine Gr\u00fcnde. So scheint auch dieser Kampf niemals zu einem Ende zu kommen. Oder kann man, solange man sich die Beendung des Kampfes f\u00fcr alle ersehnt, sich selbst leicht \u00fcbersehen? Oder kann sich im Raum der dunklen Spiegel die Frage stellen, ob man schon die pers\u00f6nliche innere Kampfzone verlassen hat, oder was f\u00fcr Ger\u00e4te da noch herumliegen: die Schwerter, die Dolche, die Wortwaffen, die Gedankenschleudern. Es gibt auch sch\u00f6ne Worte, vor denen man sich f\u00fcrchten lernt, weil so ziemlich alle Menschen ihren Inhalt beanspruchen und ein Recht auf die Umsetzung des Begriffes ins nackte Leben fordern. Dazu geh\u00f6rt auch das scheue Wort &#8222;Frieden&#8220;. (Oder Gl\u00fcck, oder Liebe). War es die ganzen Jahre friedlich, als es noch keinen Krieg in der N\u00e4he gab, um uns an einige Kostbarkeiten des Daseins zu erinnern, die wir inzwischen f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich erachten(?). Gestern meinte der K\u00fcnstler Ai Wei Wei, der ungefragt auf meinem Algorithmenpfad erschien, unsere friedliche Phase, in der wir uns (verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig) frei entwickeln konnten, sei nun vorbei, denn anstatt die Freiheit und den Frieden zu leben, verteidigen wir sie nun gegen ihre Angreifer. (Auch nix Neues). Da auch die Pandemie kein Ende gefunden hat, sinnt man morgens (und mittags und abends) so vor sich hin oder lotet die inneren Zust\u00e4nde aus, sortiert die Gedanken nach eigenen Ordnungen und schafft Weidenfl\u00e4chen f\u00fcr wache und m\u00fcde Augen. Zuweilen kommt es mir vor, als h\u00e4tte ich mir schon mit drei Jahren zugefl\u00fcstert &#8222;durchhalten ist alles&#8220;, und ich muss sagen, dass es sich bew\u00e4hrt hat. Was kaum zu ahnen war, zeigte sich als ein erstaunliches Abenteuer, bei dem einem einerseits wenig erspart bleibt an \u00dcberraschungen, aber gerade diese \u00dcberraschungen es ja sind, die das Durchhalten erm\u00f6glichen. Und wenn man zur\u00fcckkehrt vom Holzholen, ist immer noch alles da. Noch da noch, noch da.<\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h6>Video: H. Robert<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es war am fr\u00fchen Morgen, dass sie durch den Garten kamen, und es ist mir eine Freude, den Anblick teilen zu k\u00f6nnen, ist doch ein Strang der Sehnsucht in uns ausgerichtet auf &#8222;das Sch\u00f6ne&#8220; (und auch das Gute?), von dem Gottfried Benn meinte, er w\u00fcsste nicht, woher es komme, und wir wissen es auch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-15558","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15558","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15558"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15558\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15579,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15558\/revisions\/15579"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15558"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15558"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/yoganauten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15558"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}