{"id":1501,"date":"2016-12-26T02:41:20","date_gmt":"2016-12-26T02:41:20","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1501"},"modified":"2016-12-26T02:41:20","modified_gmt":"2016-12-26T02:41:20","slug":"maya","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=1501","title":{"rendered":"Maya"},"content":{"rendered":"<div class=\"irc_mimg irc_hic izcnbiTkw5v4-lvVgf-rIiHk\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1643\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161225_1042281-193x300.jpg\" alt=\"20161225_1042281\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161225_1042281-193x300.jpg 193w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161225_1042281-768x1193.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161225_1042281-659x1024.jpg 659w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20161225_1042281.jpg 1013w\" sizes=\"auto, (max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/div>\n<div class=\"irc_mimg irc_hic izcnbiTkw5v4-lvVgf-rIiHk\">Nicht, dass ich Weihnachtskontempliererin werden m\u00f6chte, aber mir fiel noch eine Anekdote ein, die mich ua. zu dem Thema &#8222;Maya&#8220; angeregt hat. In der Zeit, in der ich um Weihnachten und Neujahr herum\u00a0 Schweige-Retreats gemacht habe, lebten im Nachbarhaus zwei Br\u00fcder, die ein Cafe&#8216; mit gro\u00dfem Garten dahinter hatten und sich riesig um Events mit Foreigners bem\u00fchten. Da ich nie dabei war, wusste ich nicht, was dort vor sich geht, nur, dass es vor allem an Weihnachten gigantisch laut wurde. Techno auf h\u00f6chster Frequenz. An einem bestimmten Moment war eine Grenze meines Ertragens erreicht, und da ich die beiden kannte, entschloss ich mich, r\u00fcberzugehen ins Gewimmel und um etwas verminderte Lautst\u00e4rke zu bitten. Um die Eingangst\u00fcr lungerten ein paar hungrig\u00e4ugige indische J\u00fcnglinge aus dem Irgendwoher herum, und als ich mutigen Schrittes eintrat, war ich total verbl\u00fcfft. Da war niemand! M\u00fcde Bedienstete schlichen herum, alles war so angef\u00fcllt mit \u00f6der Leere, dass mir ganz mulmig wurde, ich dann selber den Knopf runterdrehte und wortlos zur\u00fcckkehrte zu meinem Raum. Daran habe ich mich erinnert, als es gestern abend wieder so laut wurde und nerv\u00f6se Stimmen die ganze Nacht drau\u00dfen auf- und abhuschten, denn da war nichts. Was soll sein? Die aufgepropften Geschichten des jeweils Heiligen sind schon leer genug, aber wenn die auch noch jegliche Bedeutung verlieren (durchaus willkommen!), was dann.<\/div>\n<div class=\"irc_mimg irc_hic izcnbiTkw5v4-lvVgf-rIiHk\"><\/div>\n<div class=\"irc_mimg irc_hic izcnbiTkw5v4-lvVgf-rIiHk\">Alle Prinzipien, die zeitlos in der indischen Kultur vorkamen und vorkommen, sind tief und nicht leicht zu erfassen, will man ihnen gerecht werden bzw. selber mal\u00a0 dar\u00fcber nachdenken. Maya!, das Trugbild der Erscheinungen und die Illusion einer Realit\u00e4t, die in ihrer grenzenlosen Vielfalt und ihrem Farbenglanz Best\u00e4ndigkeit vorgaukelt, wo vor allem Gewebe und Muster sich im Strom des Seins bilden und wieder aufl\u00f6sen. All dieses Gewimmel ist jedoch eingebettet in einen gr\u00f6\u00dferen Raum, sozusagen der Mutterleib des Hervorkommenden. Vor den verstrickenden Wirkungen dieses illusion\u00e4ren Geschehens wird in vielerlei Schriften gewarnt, oder es wird pr\u00e4chtiger Rat der Entsagung von Begierden gelehrt wie zum Beispiel in der Bhagavat Gita: \u201eDas Entsagen wunscherzeugter Taten nennen die Weisen Entsagung.\u201c (Ent-Sagung, ein interessantes Wort). Es gibt eine sch\u00f6ne Anekdote von Ramakrishna, der in Kalkutta von Vivekananda mal in ein Theaterst\u00fcck kutschiert wurde, also tats\u00e4chlich mit Kutsche, aus der heraus er staunend und fasziniert auf das Gewusel des abendlichen Geschehens schaute, und soll dann gesagt haben: \u201eIst doch sch\u00f6n, die Maya!\u201c Das sehe ich auch so und bin froh, erst jetzt zu erkennen, dass ich durch meine ganz pers\u00f6nliche Geschichte auch eher in so einem Staunen gelandet bin und die Weisheit eingeschr\u00e4nkter Wunscherzeugnisse wesentlich finde. Kein Knapsen und Kargsein mit sich, nein!, um Himmels Willen! Nur das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren. Das Wesen des Ganzen zu erfassen braucht Stille und Raum, braucht Freude an der Einsamkeit und Liebe f\u00fcr wertvolles Zusammensein, damit der eigene Weg sich f\u00f6rderlich gestalten kann und man nicht unn\u00f6tig st\u00f6rt. Das Komplexe kann immer auch anregend sein, das Komplizierte ist meist anstrengend. Wenn die eigenen Navigationger\u00e4te gut eingestellt sind, verliert sich die Angst vor dem Ungewissen.<\/div>\n<p>************************************************************************************************************************<\/p>\n<p>Das Bild zeigt eine indische Frau mit Santa Claus M\u00fctze (Times of India)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nicht, dass ich Weihnachtskontempliererin werden m\u00f6chte, aber mir fiel noch eine Anekdote ein, die mich ua. zu dem Thema &#8222;Maya&#8220; angeregt hat. 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