{"id":14322,"date":"2021-10-02T08:26:44","date_gmt":"2021-10-02T08:26:44","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14322"},"modified":"2021-10-02T08:26:44","modified_gmt":"2021-10-02T08:26:44","slug":"wunderlich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14322","title":{"rendered":"wunderlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14323\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211002_094302-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"360\" height=\"366\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211002_094302-295x300.jpg 295w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211002_094302-768x780.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/20211002_094302-1008x1024.jpg 1008w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><\/p>\n<h5>Nun kommt es mir in der Tat so vor, als w\u00fcrden zur Zeit auf geradezu wunderliche Weise alle Themen an die Oberfl\u00e4che des kollektiven Besusstseins gesp\u00fclt, die in fr\u00fcheren Zeiten zum Beispiel in den H\u00f6hlen des Himalaya kontempliert wurden. Zumindest gab es Ger\u00fcchte \u00fcber die Praxis der als schwer zug\u00e4nglich eingesch\u00e4tzten Ebenen, aber wie das so ist mit den Innenwelten: sie sind schwer zu erfassen, und man war auf die Kunde der Praktizierenden angewiesen. Manchmal hielt man sie sogar fest, bevor sie sich irgendwohin verziehen wollten und nicht mehr gesehen waren oder gesehen werden wollten. So packte man sie zuweilen also am Gewand und zwang sie durch Lamentieren, m\u00f6glichst die Essenz ihrer oft sehr langen Einsamkeit des Erkennens zur\u00fcck zu lassen f\u00fcr weitere Wissensbegierd*Innen. H\u00e4tte Sigmund Freud, der vermutlich auch mal dachte, es liefen auf Erden ein paar Gesunde herum, die sich selbst kennenlernen wollten, sich an dieses ganz pers\u00f6nliche Wunschgebilde gehalten und nicht nur sich selbst, sondern allen beigebracht h\u00e4tte, sich Tag und Nacht darin zu \u00fcben, in der freischwebenden Aufmerksamkeit zu verweilen, dann h\u00e4tte er sich jedenfalls nicht sehr weit weg von den Zielen \u00f6stlicher Praktiken bewegt, ja!, er w\u00e4re mittendrin gewesen im Freiraum. Allerdings ist auch nicht zu leugnen, dass er sich f\u00fcr den Bodhisattva-Pfad entschieden hat, und h\u00e4tte er Reinkarnation f\u00fcr wahrscheinlich gehalten, w\u00e4re er sicher gerne nochmal als Sigmund Freud zur\u00fcckgekehrt, um weiter zu arbeiten an den mysteri\u00f6sen Abgr\u00fcnden des menschlichen Verhaltens. Nun wissen wir ger\u00fcchtem\u00e4\u00dfig allerdings nur von einem einzigen Ort, vielfach erknobelt und durchgebr\u00fctet und immer noch nicht wohnhaft gemacht, und das ist der Ort, in dem ein Mensch sich an seiner oder ihrer freischwebenden Aufmerksamkeit sichtlich erfreut, sodass auch Andere sich daran erfreuen k\u00f6nnen, wenn sie m\u00f6chten, aber wo Labyrinth und Faden gleichzeitig verschwinden, die Deko verschwindet, die Vorh\u00e4nge gibt es nicht mehr. Was da ist, verliert seine leidgepr\u00e4gte Relevanz, ohne dass die Aus\u00fcbenden die F\u00e4higkeit\u00a0 verlieren, damit angemessen umzugehen. Daf\u00fcr gibt es viele Begriffe, und neulich dr\u00f6hnte sogar das Wort &#8222;Demut&#8220; aus dem Mund eines Politikers, das ist schon sehr hoch angelegt. Auf einer bestimmten Ebene verlieren die Begriffe ihre Deutungshoheit und werden zu blinden Spiegeln, die das Bild eher verzerren als klar wiedergeben. Das ist alles ziemlich schwer, und nun hat man es jedoch zur Verf\u00fcgung und kann damit machen, was man will oder besser: was man damit anfangen kann. Die Welt ist schon sehr alt aus der Sicht des Menschenauges. Aber es ist ganz offensichtlich die missbr\u00e4uchliche Gewohnheit der Handhabung, mit der sich der Mensch seine H\u00f6lle schaufelt, und von da aus schaut er gewohnheitsm\u00e4\u00dfig zu, wie der brodelnde Strom das Meer erreicht, und giftige Substanzen aufeinander treffen. \u00dcberall Wirkung und Weisheit. Deshalb auch auf den Titelseiten der Zeitungen mit tiefen S\u00e4tzen wie: &#8222;Wir k\u00f6nnen auch anders.&#8220; Nur: K\u00f6nnen wir, und wenn ja, wie?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun kommt es mir in der Tat so vor, als w\u00fcrden zur Zeit auf geradezu wunderliche Weise alle Themen an die Oberfl\u00e4che des kollektiven Besusstseins gesp\u00fclt, die in fr\u00fcheren Zeiten zum Beispiel in den H\u00f6hlen des Himalaya kontempliert wurden. 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