{"id":14295,"date":"2021-09-29T08:08:07","date_gmt":"2021-09-29T08:08:07","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14295"},"modified":"2021-09-29T08:14:26","modified_gmt":"2021-09-29T08:14:26","slug":"unbeschrieben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=14295","title":{"rendered":"unbeschrieben"},"content":{"rendered":"<h6><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-14296\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210929_090713-169x300.jpg\" alt=\"\" width=\"290\" height=\"515\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210929_090713-169x300.jpg 169w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210929_090713-768x1366.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/20210929_090713-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 290px) 100vw, 290px\" \/><br \/>\nBetreten eines unbeschriebenen Blattes<\/h6>\n<h5>Gibt es \u00fcberhaupt noch unbeschriebene Bl\u00e4tter? Aber ja doch, jauchzt es aus verschiedenen Ecken der Welt, wo weiterhin heftig dokumentiert wird, was Menschen so erleben auf dieser Erde, manchmal auch mit Tieren und Umwelt, soweit man halt zum Sehen und Denken bereit ist. Wir alle d\u00fcrfen sehen, was wir sehen, und denken, was wir denken. Das kann nat\u00fcrlich leicht dazu f\u00fchren, dass man \u00fcbers\u00e4ttigt wird von der Meinungsflut, oder aber von der Ungewissheit, was eigentlich mit einem selbst los ist. Deutsche Menschen haben in der Welt den Ruf, sehr flei\u00dfig zu sein, und so eine Prise Flei\u00df steckt sicherlich in uns allen. Nun hat aber der Spruch am Tor von Auschwitz eine historische Bremse eingelegt, denn Arbeit und Flei\u00df wurden von Verachtung und Hohn begleitet, und selten kann Arbeit innerhalb eines solchen Feldes frei machen. Immer noch wird ger\u00e4tselt, wie so mancher Geist das \u00fcberleben konnte, und viele unerh\u00f6rten Einzelheiten spielten beim \u00dcberleben eine Rolle. Der Flei\u00df ist dennoch geblieben und die Weltbev\u00f6lkerung hat es durchaus wahrgenommen, das hier etwas ziemlich Ungew\u00f6hnliches geschehen war, denn nicht aus jedem finsteren Loch steigt etwas auf, was den Anspruch auf Menschlichkeit erh\u00e4lt, und was gibt es Erstrebenswerteres f\u00fcr den Menschen, statt einem Ungeheuer ein Mensch zu sein? In diesem Zwiespalt h\u00e4lt sich das Tier nicht auf, deswegen lockt es zuweilen eine Zartheit aus dem Verborgenen hervor, die sich im Zwiespalt nicht wohl f\u00fchlt. Vielleicht fand ich es deswegen so interessant, dass Bernd Ulrich in seinem lesenswerten Artikel \u00fcber Angela Merkel (&#8222;Die Zeit&#8220; N\u00b0 35) erst darum bat, ihn nicht mit den Worten &#8222;Sie ist ein guter Mensch&#8220; zu zitieren, den Satz dann aber doch freigab, einfach, weil er dann doch genug Wahrheit enthielt, um nicht peinlich zu sein. Das Pr\u00e4dikat &#8222;Guter Mensch&#8220; scheint also ziemlich hoch angelegt zu sein, und wenn man dar\u00fcber nachdenken m\u00f6chte, kommt man vermutlich zu \u00fcberraschenden Ergebnissen. Der Flei\u00df, der unabh\u00e4ngig ist vom &#8222;Gutsein&#8220;, kann allerortens beobachtet werden. Er hat den Vorteil, dass er Leistung erbringt und nat\u00fcrlich Durchhaltekraft. Allerdings scheint es vielen Flei\u00dfigen schwerzufallen, hier eine Grenze zu finden, denn niemand setzt sie einem, au\u00dfer man setzt sie sich selbst, g\u00fcnstigerweise bevor man sich unersetzlich gemacht hat oder krank wird, oder zum pers\u00f6nlichen Dasein nicht mehr wirklich geeignet ist. Muss man f\u00fcr das sogenannte pers\u00f6nliche Leben geeignet sein? M\u00f6nche und Nonnen und EremitInnen sehen das nat\u00fcrlich anders. Ein Teil der Gesellschaft erwartet von ihnen, dass sie sich mit dem besch\u00e4ftigen, wof\u00fcr andere B\u00fcrgerInnen keine Zeit haben. So sind viele Lehren entstanden, und der antike Weg ist vielleicht einer der wenigen Pfade, der noch einen gewissen Glanz \u00fcber die Souver\u00e4nit\u00e4t des menschlichen Geistes werfen kann, eben (nur) in dem Sinne, dass man sich, wahrscheinlich gesellschaftlich privilegiert, die Zeit nehmen konnte, um die offensichtlichen Mysterien des Daseins zu ergr\u00fcnden. Irgendwie ging es immer und bis zur allerletzten Konsequenz um die Kunst und F\u00e4higkeit, ein humanes Leben zu erzeugen. Sokrates wollte nicht morden, weil er nicht mit einem M\u00f6rder leben wollte. Hier liegt das Geheimnis: mit wem (als uns selbst) wollen und k\u00f6nnen wir leben?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betreten eines unbeschriebenen Blattes Gibt es \u00fcberhaupt noch unbeschriebene Bl\u00e4tter? 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