{"id":13747,"date":"2021-07-26T08:19:58","date_gmt":"2021-07-26T08:19:58","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13747"},"modified":"2021-07-26T08:19:58","modified_gmt":"2021-07-26T08:19:58","slug":"blaettern","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13747","title":{"rendered":"bl\u00e4ttern"},"content":{"rendered":"<h1><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-13748\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"365\" height=\"365\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-300x300.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-150x150.jpg 150w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-768x768.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-365x365.jpg 365w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/20210726_075100-500x500.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 365px) 100vw, 365px\" \/><\/h1>\n<h5>Neulich fiel mein Blick, leicht erm\u00fcdet vom eigenen gedanklichen Tun, auf ein Buch von Helmut von Glasenap, einem Indologen und tiefen Kenner des indischen Denkens, das nicht leicht zu erschlie\u00dfen ist. Das Buch hat einen\u00a0 dunklen R\u00fccken, auf dem mit goldener Schrift &#8222;Brahma und Buddha&#8220; steht. Lange habe ich nicht hineingeschaut und bl\u00e4ttere nun erstaunt herum, denn wahrlich weht mich beim \u00d6ffnen ein Wind an, der k\u00f6nnte so weit herkommen wie, sagen wir zum Beispiel die r\u00f6mische Kaiserzeit, in der bereits Menschen im Abendland lebten, die unbedingt wissen wollten, was sich im Orient eigentlich so Erstaunliches abspielt(e), von dem man immer mal wieder h\u00f6rt(e). Das Buch kam, wie ich sehe, 1926 heraus, was ja einerseits nicht sooo lange her ist, andrerseits bef\u00e4llt einen geradezu die Erinnerung an die vergangenen Jahre. Hier erz\u00e4hlt einer vom Indien vor dem Fernsehen und vor den Internetl\u00e4den und vor dem Smartphone, das pl\u00f6tzlich in jedermans Hand nicht fehlen darf. Eben wie bei uns, nur, dass diese neuen Items in der Hand der sogenannten Heiligen und Weisen schon ziemlich komisch wirken. Nicht, dass man mit Handy nicht auch heilig sein kann, wenn es denn Heiligkeit gibt. In der Einleitung des Buches kann man von ein paar Weisen, die von Abendl\u00e4ndern befragt wurden, als was sie sich denn selbst sehen, h\u00f6ren, dass sie sich als &#8222;G\u00f6tter&#8220; bezeichneten, weil sie &#8222;gut&#8220; seien. Was einen wieder einmal zu der interessanten Frage f\u00fchrt, aus was eigentlich &#8222;Gutsein&#8220; besteht, wenn es denn Gutsein gibt. Auch vor dem westlichen Einfluss wird von indischer Seite her gewarnt, damit das vedische Erbe erhalten (und das Blut rein) bleibt. Und in der Tat habe ich selbst noch erlebt, wie da ein Gesp\u00fcr war von etwas, dass es nirgendwo sonst gab. So ein gl\u00fchendes Einlassen auf die Idee des G\u00f6ttlichen und seine vielen Gesichter. Und nicht nebenher, nein, alles war dieser Idee untergeordnet, weil es um sehr viel geht; das Leben halt und seine Kostbarkeit, um die man auf viele Arten und Weisen ringen konnte und musste, um zu etwas zu gelangen, das nur durch Erfahrung erfahrbar war und daher auch der Gro\u00dfe Tod genannt wurde, weil, hat man sich einmal eingelassen, es kein Zur\u00fcck mehr gibt. Nun sind das einerseits wie gesagt nur ein paar J\u00e4hrchen her, und andrerseits ist in dieser Hinsicht das Ganze schon v\u00f6llig gekippt, da allein tausende von stinkenden Leichen im heiligen Fluss bewiesen haben, dass der planetarische Prozess in eine neue Phase eingetreten ist. Wenn der Wald, in dem ein Asket sitzen will, abgeholzt wird, hilft ihm sein Bed\u00fcrfnis nach Versenkung erst einmal nichts. Klar, er oder sie kann weiterwandern, aber wohin? Soll er sich impfen lassen oder bei der Prana-Praxis einen Mundschutz tragen? So versinken Kulturen entlang den universellen Kriterien, die sich ausdr\u00fccken, ohne geschrieben zu stehen. Und keiner wei\u00df mehr (leider), was ihr wirklich unter &#8222;gut sein&#8220; verstanden habt, oder ob es nur das Ger\u00fccht war, dass ihr euch f\u00fcnf Zentimeter \u00fcber dem Boden weiterbewegen konntet. Und wenn schon. Hauptsache, es hat keinem anderen geschadet.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich fiel mein Blick, leicht erm\u00fcdet vom eigenen gedanklichen Tun, auf ein Buch von Helmut von Glasenap, einem Indologen und tiefen Kenner des indischen Denkens, das nicht leicht zu erschlie\u00dfen ist. Das Buch hat einen\u00a0 dunklen R\u00fccken, auf dem mit goldener Schrift &#8222;Brahma und Buddha&#8220; steht. 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