{"id":13423,"date":"2021-06-16T08:06:40","date_gmt":"2021-06-16T08:06:40","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13423"},"modified":"2021-06-16T17:09:27","modified_gmt":"2021-06-16T17:09:27","slug":"ich-podium","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=13423","title":{"rendered":"Ich-Podium"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-13424\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210616_074743-300x238.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"293\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210616_074743-300x238.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210616_074743-768x610.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/20210616_074743-1024x813.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 369px) 100vw, 369px\" \/><\/p>\n<h5>Trotz der Bedr\u00e4ngnis, meinte der Moderator (in seinen eigenen Worten), in die man beim Betrachten des deutschen Spiels kommen k\u00f6nnte, so waren doch alle froh, beim &#8222;Rudelkucken&#8220;, wie er es nannte, dabei sein zu d\u00fcrfen. Jetzt, nach all dem, was man so durchgemacht hat ohne einander. Das Wort &#8222;Rudelkucken&#8220; ist ein Wort, durch das man lernen kann, was ein schreckliches Wort ist. Jetzt habe ich es selbst schon zwei Mal geschrieben, obwohl ein Mal v\u00f6llig reicht, um es schnell wieder verschwinden zu lassen, entlang dem finsteren Korridor der Worte, die man im Sprachgebrauch eher vermeiden m\u00f6chte. Jede\/r hat seinen eigenen Kanal, dessen Inhalt nur der pers\u00f6nlichen Verantwortung unterliegt. Es ist praktisch ausgeschlossen, wahre Kenntnis von einem Anderen zu erlangen, au\u00dfer den Mitteilungen, die der oder die Andere \u00fcber sich selbst aus seinem oder ihrem Kanal macht. Hier wird es komplex, weil der Wunsch der Zugeh\u00f6rigkeit mit dem inneren Anspruch des Selbstseins notgedrungener Weise kollidieren muss. Man muss Wege finden, mit dem Zusammenspiel und den Auseinandersetzungen so umzugehen, dass man selbst genug Lebensraum beh\u00e4lt, um der Frage &#8222;Wer bin ich (eigentlich)? weiterhin\u00a0 wach und aufmerksam begegnen zu k\u00f6nnen, denn auch die eigenen Antworten sind keine stabilen oder eingefrorenen Elemente, die nicht ab und zu mal enstaubt und neu arrangiert werden m\u00fcssen. Trotzdem kann es ganz tief im Innern einen stabilen Baustein geben, der vielleicht ganz pers\u00f6nlich mit drei Worten zu nennen w\u00e4re, bevor Worte ihre Deutungshoheit verlieren. Nur, um sie nach diesem kaltbl\u00fctigen Vorgang in aller W\u00e4rme wieder zu finden. Die Worte eben, die so viel k\u00f6nnen, und dann ihre inh\u00e4rente Begrenzung, wo sie wirklich nur im Weg herumstehen. Vor ein paar Tagen bekam ich einen Brief mit meiner auf Maschine geschriebenen Adresse, ohne Absender und Hinweis auf m\u00f6gliche Senderpersonen, auch innen kein Wort zum Bild (siehe oben), das da lag, offensichtlich aus einer Heimdruckermaschine. Das Bild gefiel mir sofort. Ich liebe Treppen, die in ein schwer definierbares Irgendwo f\u00fchren und konnte diese ekstatischen Momente h\u00e4ufig in Indien erleben, wo sehr viele Treppen in das Unvorstellbare f\u00fchren.\u00a0 Hier aber ein Ich-Denkmal, scheinbar in Gold gemei\u00dfelt, also anspruchsvolle Ich-Variante, daneben ein paradiesisches B\u00e4umchen, das vielleicht warnen soll, dass hey, ihr k\u00f6nnt da hochsteigen, aber \u00fcbersch\u00e4tzt die H\u00f6he nicht undsoweiter. Wir haben dann durch Netz-Nachforschung herausgefunden, ja, das ganze Bild haben wir gefunden und den Namen des Denkmal-Kreators, den ich nachtragen werde, wenn ich ihn wieder finde. Es gibt dieses Werk auch in anderen Pl\u00e4tzen und ist s o konzipiert, dass jeder da hoch kann und, wer m\u00f6chte, kann dort oben das eigene Ich sein, was immer das hei\u00dft. Oder nat\u00fcrlich k\u00f6nnte man von sich selbst auf dem Ich-Podium ein Selfie machen und es denen senden, die einem aus irgend einem Grund in dem Moment einfallen. Auch k\u00f6nnte man jeden einzelnen Menschen aus dem Rudelkucken herauslocken und w\u00e4re wahrscheinlich verbl\u00fcfft, wie unterschiedlich jede\/r aus dem Ich-Podium wirken w\u00fcrde. Vorher m\u00fcsste man etwas Anregendes zum Ausdruck bringen wie &#8222;Seien Sie einfach ganz entspannt sich selbst, wenn Sie da oben angekommen sind, und dann als sich selbst in die Kamera schauen&#8220;, aber zum Gl\u00fcck funktioniert das ja so gar nicht. Ich finde trotzdem, dass der Absender des Briefes sich selbst h\u00e4tte auf das Podium stellen sollen, damit ich wei\u00df, wer es ist, aber muss ich das \u00fcberhaupt wissen. Wahrscheinlich hat jemand irgendwo gedacht, das k\u00f6nnte ihr gefallen, ich schick&#8217;s einfach mal. Das anregende Ich-Podium.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz der Bedr\u00e4ngnis, meinte der Moderator (in seinen eigenen Worten), in die man beim Betrachten des deutschen Spiels kommen k\u00f6nnte, so waren doch alle froh, beim &#8222;Rudelkucken&#8220;, wie er es nannte, dabei sein zu d\u00fcrfen. Jetzt, nach all dem, was man so durchgemacht hat ohne einander. 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