{"id":12005,"date":"2020-12-15T09:23:00","date_gmt":"2020-12-15T09:23:00","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12005"},"modified":"2020-12-15T12:14:00","modified_gmt":"2020-12-15T12:14:00","slug":"menschenmoeglich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=12005","title":{"rendered":"menschenm\u00f6glich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-12006\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_092549-293x300.jpg\" alt=\"\" width=\"357\" height=\"366\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_092549-293x300.jpg 293w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_092549-768x787.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_092549-999x1024.jpg 999w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201215_092549.jpg 1052w\" sizes=\"auto, (max-width: 357px) 100vw, 357px\" \/><\/p>\n<h5>Gerade hatte ich noch vor den 7 Uhr Nachrichten den letzten Satz des Priesters mitbekommen, der meinte, Gott m\u00f6chte keinen einzigen Menschen verlieren. Woher wei\u00df er das? Wie weit muss ein Glaube gehen, um im absoluten Illusionsdunst zu landen?<br \/>\nIch wei\u00df von Indien und\u00a0 der meditativen Praxis, dass hinter jeder Lehre und jeder Schulung riesige Geschichten und Epen sich immer wieder neu erfinden, wenn auch auf \u00e4hnliche Weise, denn sonst k\u00f6nnte der religi\u00f6se Apparat gar nicht funktionieren. Erst gr\u00fcndet eine kleine Gruppe was, dann werden es immer mehr, und bald kann der simple und wirkungsvolle Grund des Zusammenkommens gar nicht mehr ausge\u00fcbt werden, weil so viel anderes auftaucht, um was sich gek\u00fcmmert werden muss. Nat\u00fcrlich kann sich nichts st\u00e4ndig so erhalten, wie es konzipiert wurde, und jedes Konzept wird fr\u00fcher oder sp\u00e4ter von anderen Ideen \u00fcberholt. Und was sich durchsetzt, jenseits von Gut und B\u00f6se, bleibt eine Weile da, eben so lange, wie es weiterhin aufrecht erhalten wird, wie auch immer, als was auch immer. Und Ideen k\u00f6nnen in ihrer Lebenszeit wahrlich sehr fruchtbar sein, und Anekdoten auch, selbst wenn ihr Wahrheitsgehalt meist sehr fraglich ist. Ist der Buddha tats\u00e4chlich so tief erschrocken, als er mal sah, wie schlecht es vielen Anderen geht, und er sa\u00df bislang herum auf seidenen Kissen und wusste das alles gar nicht. Vielleicht war es noch schlimmer und man hat es bewusst von ihm ferngehalten, und er hatte keine Internetverbindung. Prinzenfrau und Kind lie\u00df er dann einfach zur\u00fcck und wanderte durch seine Welt, bis ihm einiges klar wurde, was er gerne mitteilte. Er konnte ja nicht ahnen, was seine Followers sp\u00e4ter alles als seine Weisheit ihm in den bereits verstummten Mund legen w\u00fcrden, und die vielen verschiedenen M\u00fctzenfarben usw. Wer bleibt schon 20 Jahre lang irgendwo sitzen und\u00a0 kontempliert immer nur einen einzigen Satz, wie etwa &#8218;Das Juwel liegt in der Lotus&#8216;, so als k\u00f6nnten Andere, die noch nie eine Lotusbl\u00fcte gesehen haben, wissen, aus welcher Quelle das stammt. Oder die unersch\u00fctterliche \u00dcberzeugungsakrobatik vieler Religionen, die daf\u00fcr sorgen m\u00fcssen, dass m\u00f6glichst ein Hinterfragen nicht erw\u00fcnscht ist oder gar gef\u00f6rdert wird, sonst w\u00e4re das ganze Konstrukt in Gefahr. Es ist ja auch nicht so, dass irgendein Wissen die letzten oder die ersten Fragen l\u00f6st, nein. Das Wissen, oder der Wissensdurst oder der Wissenshunger oder die Wissbegierde, die halten das Ganze im lebendigen Strom, denn ohne die f\u00fcr einen selbst wesentlichen Fragen zu ergr\u00fcnden und immer wieder neu zu beantworten, das ist die Bewegung, die g\u00fcnstigerweise zur Selbsterkenntnis f\u00fchrt. Nicht nur der Hunger, sondern auch das Sattwerden dienen dem ganzen Vorgang. Auch die religi\u00f6se Symbolik dient ohne Vorbehalt zu gew\u00fcnschtem Erkennen. Das kann nat\u00fcrlich auch der Maulwurf, der au\u00dferdem dar\u00fcber nicht nachdenken muss und nicht wei\u00df, dass er das Tier des menschlichen Jahres sein wird, soweit ich das w\u00e4hrend der Fahrt richtig verstanden habe. Wenn ich allerdings keine Herberge habe und keine Freunde, die sich k\u00fcmmern, dann ist es verst\u00e4ndlicherweise tr\u00f6stlich, dass ein Irgendwo eingerichtet wurde, wo Einer, der eben kein Mensch ist, auf einen achtet, damit man nicht verloren geht. Bei allem Respekt f\u00fcr Epik und Symbolik kann ich sagen, dass ich mich schon eine ganze Weile lang mehr auf das Menschenm\u00f6gliche konzentriere als auf das, was den vielen G\u00f6ttern m\u00f6glich sein soll, oder auch nur dem Einen. Insofern st\u00f6rt es mich auch nicht, wenn ich bereit bin, mitzufeiern, denn ja, der Winter ist dunkel und still, und jedes Licht ist willkommen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade hatte ich noch vor den 7 Uhr Nachrichten den letzten Satz des Priesters mitbekommen, der meinte, Gott m\u00f6chte keinen einzigen Menschen verlieren. Woher wei\u00df er das? Wie weit muss ein Glaube gehen, um im absoluten Illusionsdunst zu landen? 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