{"id":11882,"date":"2020-12-01T09:20:23","date_gmt":"2020-12-01T09:20:23","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11882"},"modified":"2020-12-01T09:25:08","modified_gmt":"2020-12-01T09:25:08","slug":"kalender","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11882","title":{"rendered":"Kalender"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11883\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201201_092321-212x300.png\" alt=\"\" width=\"219\" height=\"310\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201201_092321-212x300.png 212w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/20201201_092321.png 411w\" sizes=\"auto, (max-width: 219px) 100vw, 219px\" \/><\/p>\n<h5>Auf dem mir geschenkten Adventskalender einer Kaffeefirma (wenn schon, denn schon), habe ich nat\u00fcrlich erst heute das T\u00fcrlein ge\u00f6ffnet, vielleicht nicht mehr ganz mit so erwartungsfreudiger Intensit\u00e4t wie in den ersten bewussten Adventstagen der Kindheit, wo glitzernde Engelsbengel ihre Scherze trieben undsoweiter, aber es war trotzdem spannend. Es gibt ja auch nicht wirklich einen grunds\u00e4tzlichen Grund, sich unn\u00f6tig in der Erinnerung des damaligen Kindlichseins aufzuhalten, au\u00dfer man hat dort Arbeit zu verrichten beim Studium der Lupenhandhabung. So hatte ich selbst ein dunkel belichtetes T\u00fcrlein auf meinem Schirm, da \u00f6ffnete ich es und siehe, es war tats\u00e4chlich ich selbst, die sich im Bild erkannte. Nicht, dass das wirklich zeigte, wer ich war, aber dass ich es nicht war, konnte man, auch ich von mir selbst, nicht sagen, denn Leugnung w\u00e4re zwecklos. \u00dcbrigens war in dem Kalender im ersten Tag ein sch\u00f6n verpacktes St\u00fcckchen Schokolade, vermutlich mit Kaffeegeschmack. Wenn man den Inhalt herausnahm, war da auf einmal ein ziemlich ger\u00e4umiges, leeres Geh\u00e4use, wo man am liebsten gleich wieder etwas hineingegeben h\u00e4tte. Schon sah ich mich im Geiste dabei, dem aufwendigen Beh\u00e4lter einen anderen Anstrich zu geben, um dann die F\u00e4cher mit Eigenprodukten zu f\u00fcllen. An und f\u00fcr sich gar keine so schlechte Idee, nur zeitlich unpassend, denn da sind ja noch immerhin 23 T\u00fcren zu \u00f6ffnen, auch wenn man denkt man w\u00fcsste schon so ungef\u00e4hr, was dahinter steckt und was dabei herauskommt. Man wei\u00df es aber nicht, sondern eben nur, wenn man das T\u00fcrlein aufmacht und sich freut, dass da was Erfreuliches drin ist. Denn das macht ja den Adventskalender f\u00fcr Jung und Alt so angenehm, dass niemand bef\u00fcrchten muss, dass da etwas Bedrohliches herauskommt, das w\u00e4re ja infam und \u00fcberhaupt nicht im Geiste eines Adventskalenders. Ich habe nie geglaubt, dass b\u00f6se Menschen keine Lieder haben sollen, wie uns das mal jemand eintrichtern wollte, und ich kann mir z.B. Hutu, Tutsi, Boko Haram, die Mafia und die Taliban, um nur ein paar wenige zu nennen, kann ich sie mir also sehr wohl, wenn ich das tats\u00e4chlich wollte, beim Stammesgesang vorstellen. Aber einen Adventskalender t\u00e4glich behutsam \u00f6ffnen und mit der feinsten Freude, zu der man jeweils f\u00e4hig ist, das Geschenk des Inhaltes in Empfang zu nehmen, das braucht eine gewisse Entschlossenheit, die aus einer vor sich hinreifenden Entscheidungf\u00e4higkeit gewonnen wird, ohne den Willen zum Staunen unterwegs zu verlieren. Auch wei\u00df man ab heute, wenn man BesitzerIn eines Adventskalenders ist, dann wei\u00df man ab heute genau, wie viele Tage es noch bis zu dem Tag, beziehungsweise d e r Nacht ist, die als die &#8217;stille Nacht&#8216; in die Geschichte der Menschheit einging. Da entkommt keiner mehr heute, denn wir leben au\u00dferdem auch noch im digitalen Zeitalter, und verlorene Kulturen k\u00f6nnen sich gegenseitig beim Zelebrieren anderer verlorener Kulturen beobachten. Und wer auch immer keine Lust mehr darauf hat, leere H\u00fclsen als voll erkl\u00e4rt zu bekommen, der oder die hat ja auch da wieder Optionen, und man kann nach dem Entnehmen der S\u00fc\u00dfe die ganze Radikalit\u00e4t der Leere des Geh\u00e4uses zulassen: was wiederum die M\u00f6glichkeit erzeugt, erfrischt und heiter ein weiteres T\u00fcrlein zu \u00f6ffnen, das aber nat\u00fcrlich erst morgen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem mir geschenkten Adventskalender einer Kaffeefirma (wenn schon, denn schon), habe ich nat\u00fcrlich erst heute das T\u00fcrlein ge\u00f6ffnet, vielleicht nicht mehr ganz mit so erwartungsfreudiger Intensit\u00e4t wie in den ersten bewussten Adventstagen der Kindheit, wo glitzernde Engelsbengel ihre Scherze trieben undsoweiter, aber es war trotzdem spannend. 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