{"id":11553,"date":"2020-10-22T07:43:13","date_gmt":"2020-10-22T07:43:13","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11553"},"modified":"2020-10-22T08:04:35","modified_gmt":"2020-10-22T08:04:35","slug":"11553","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11553","title":{"rendered":"bunkern"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-11560\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201022_100328-296x300.jpg\" alt=\"\" width=\"361\" height=\"366\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201022_100328-296x300.jpg 296w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201022_100328-768x779.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201022_100328.jpg 857w\" sizes=\"auto, (max-width: 361px) 100vw, 361px\" \/><\/p>\n<h5>Der Wunsch, zumindest manche Dinge, die man unter uns Menschen wahrnimmt, m\u00f6gen etwas einfacher zu fassen sein, ist ein verst\u00e4ndlicher Wunsch. Es ist ja gerade das Komplexe, das schwer Durchdringbare, das Labyrintische, das den einen zur Feder oder zur Taste greifen l\u00e4sst, die andere zur arrangierten Heirat, weil es eben so gemacht wird und nicht anders vorstellbar. Menschen arrangieren sich ja laufend in schwer nachvollziehbare Szenarien hinein, die sie dann als das Normale deklarieren und daher davon ausgehen, dass es anderen auch so geht, den Anderen. Wir haben uns also einigerma\u00dfen geeinigt, dass wir alle in der zweiten Welle sind, und tats\u00e4chlich beginnen sich bestimmte Regale wieder zu leeren. Haben wir etwa nicht die Klopapierrollenvideos lachend hinter uns gelassen? Wem soll da denn jetzt noch was dazu einfallen? Unprofessionell gr\u00fcbelt man sich durch die erschreckenden Vorkommnisse kalter Kindheiten und vermuteter Verbindung zu analen Bed\u00fcrfnissen. Denn wie kann so eine Panik in Menschen ausbrechen \u00fcber etwas, das nie ein wirkliches Problem darstellen kann, zumindest nicht, solange es Wasser gibt (und \u00e1 propos einleuchtender Tabuthemen). Aber gut. Als das Klopapier endlich in Indien ankam, obwohl schon Gandhi seine widerstrebende Frau angeblich zwang, mit einer porzellanenen Klosch\u00fcssel auf dem Kopf durch die D\u00f6rfer zu wandern in Anregung neuartiger Hygienema\u00dfnahmen, da hat das wirklich nie geklappt au\u00dfer viel, viel sp\u00e4ter in den Touristenhotels, in denen es keine Alternative gab, wollte man an diesen Nichtsverstehenden wenigstens etwas verdienen. Ich selbst musste noch vor Jahren in n\u00e4chtlicher Fr\u00fche und mit einem Wassergef\u00e4\u00df bewaffnet, hinaus in den W\u00fcstensand, und es war immer gef\u00e4hrlich f\u00fcr Frauen da drau\u00dfen im Dunkel. Vieles hat sich ge\u00e4ndert seither, aber die meisten Inder w\u00fcrden nicht im Traume daran denken, Klopapier zu benutzen, denn das ist f\u00fcr sie eine undenkbar schmutzige Sache und typisch f\u00fcr unwissende Fremdlinge. Aber wer wei\u00df schon, wer heimlich das Fremdartige auch mal probieren will, und bald weisen vielleicht auch die indischen L\u00e4den verd\u00e4chtige L\u00fccken auf. Hinein, hinein mit der Ware in den Kaninchenbau, wer wei\u00df, ob nicht der Tod schon auf der Treppe lauert. Auf jeden Fall zeigt der nerv\u00f6se Kauf einen kollektiven Willen, nicht mehr herauszukommen, bis die Gefahr vorbei ist, oder zumindest gez\u00e4hmt. Was wirklich kommt oder nicht kommt, werden wir ja sehen. In mir lebt ja auch ein Sammeltrieb, aber Bunkern ist mir fremd, vor allem hier im Westen, wo es so ziemlich alles im \u00dcberfluss ist und da, wo wo eine L\u00fccke in der Lieferkette entsteht, sofort nachtransportiert wird. Daran kann es also nicht liegen. Ich selbst habe mir eine Erk\u00e4ltung geholt und bin froh, keinerlei Beunruhigung zu sp\u00fcren, denn ich kann doch wohl noch eine Erk\u00e4ltung von was anderem unterscheiden. Ich kann es tats\u00e4chlich und bin daher froh \u00fcber den Probedurchgang. Warm anziehen, fl\u00fcstert meine auf mein Wohlbefinden augerichtete Stimme: Zieh dich warm an. Eine Zauberformel!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wunsch, zumindest manche Dinge, die man unter uns Menschen wahrnimmt, m\u00f6gen etwas einfacher zu fassen sein, ist ein verst\u00e4ndlicher Wunsch. 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