{"id":11472,"date":"2020-10-15T07:59:15","date_gmt":"2020-10-15T07:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11472"},"modified":"2020-10-15T08:03:03","modified_gmt":"2020-10-15T08:03:03","slug":"geisterstunde","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11472","title":{"rendered":"Geisterstunde"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11479\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100556-117x300.png\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100556-117x300.png 117w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100556.png 158w\" sizes=\"auto, (max-width: 117px) 100vw, 117px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11473\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_095441-296x300.png\" alt=\"\" width=\"296\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_095441-296x300.png 296w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_095441-768x778.png 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_095441.png 885w\" sizes=\"auto, (max-width: 296px) 100vw, 296px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-11480\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100512-117x300.png\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100512-117x300.png 117w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/20201014_100512.png 158w\" sizes=\"auto, (max-width: 117px) 100vw, 117px\" \/><\/p>\n<h5>Vielleicht haben wir tats\u00e4chlich gerade einen globalen Ausnahmezustand, den es s o noch nie gab, obwohl es keinen einzigen Nu s o schon mal gab. Aber ein Planet, auf dem alle Einheimischen maskiert sind, jedenfalls sehr viele von ihnen, das d\u00fcrfte eine neue Art von Geisterstunde sein, die man noch nicht kannte. Wann macht sich eine Geisterstunde bemerkbar, und durch was wird sie hervorgebracht. Angst kann ja auch kreative Ideen hervorbringen, vor allem, wenn man sie erkennt und sie energetisch einzusetzen vermag. Aber das Geisterhafte kommt wohl eher daher, dass die Verbindung zur eigenen Quelle verlorengeht und man f\u00fcr sich selbst nicht mehr anwesend ist. Man kann das sehr sch\u00f6n an Donald Trump beobachten, der alles M\u00f6gliche und Unm\u00f6gliche zu seinen Anh\u00e4ngerInnen sagt, aber selbst nicht anwesend ist. Wenn auch in der Familie Anwesenheit als sich selbst nicht erw\u00fcnscht war, f\u00e4llt es nicht weiter auf, und der k\u00fcnstliche und selbstentfremdete Umgang mit dem, was da ist, wird zur Gewohnheit. Es gibt ja das Recht auf das Menschsein, aber nicht unbedingt auf das unbedingte Menschlichseinsrecht. Ein j\u00fcdischer Mann, der in Auschwitz die Aufgabe zugeteilt bekommen hatte, die vergasten Leichen aus der Schreckenskammer zu rechen, wurde gefragt, wie das geht. Er sagte, das ginge nur, wenn man seine Menschlichkeit wegschiebt ins nicht mehr Wirksame, eine Art krankhaftes Vergessenm\u00fcssen im Angesicht der wohl noch st\u00e4rkeren Kraft, das ist die des \u00dcberlebenwollens. Man will \u00fcberleben, sei der Preis noch so hoch, obwohl auch da eine Grenze zu erreichen ist, die man pers\u00f6nlich ausloten muss. Die Geisterstunde ist ein gespenstisches Vorgehen. Die Beteiligten verlieren fast unmerklich den Sinn f\u00fcr das Offensichtliche. Im Halbdunkel der Nacht entsteht eine ger\u00e4umige Ger\u00fcchtek\u00fcche, an der man sich Nahrung abholen kann, eine fl\u00fcchtige Sinnhaftigkeit f\u00fcr das Nervenkost\u00fcm. Zum Beispiel sagt man, die Rehe schaden dem Wald, man muss sie erschie\u00dfen. Aber nicht nur wird der Aufenthaltsraum der Rehe durch die Ausbreitung der Menschenh\u00e4user immer kleiner, sondern da gibt es dann weniger Fressen, dann werden sie k\u00fcnstlich ern\u00e4hrt und vermehren sich st\u00e4rker und nagen dann alle an den frischen Blattkeimlingen herum, weshalb sie dem Wald schaden. Selten gelingt es, dahin zur\u00fcckzukehren, wo der Schaden begonnen hat, und meistens kann nur das Vergangene mit einem gewissen Abstand verstanden werden. Man sieht\u00a0 ja nun an der Pandemie, dass sie schon auf der Schiene der Schadensbegrenzung l\u00e4uft. Wir wurden ja nicht aus dem Paradies direkt in die Virenh\u00f6lle gesto\u00dfen, nein, die Welt war und ist bereits angef\u00fcllt mit schwer zu l\u00f6senden Problemen, die immer wieder kurz den Kopf mit dem Hilfeschrei \u00fcber Wasser halten, bevor der Schrecken wieder untergeht im Nichtmehrnachvollziehbaren. Jetzt kommen die Gesetze dazu, also wann darf ich was und wann d\u00fcrfen oder nicht d\u00fcrfen, wenn ich nicht auch noch was draufzahlen will. Das Fatale ist, dass die Maske ja auch schon vorher da war, nun hat sie ein Winterl\u00e4ppchen und dient gleichzeitig den Nahekommenden mit Abstand. Eigentlich w\u00fchlt in einem doch eher der Wunsch nach einer gr\u00fcndlichen Demaskierung. Aber wahrscheinlich ist daf\u00fcr gar keine Zeit mehr, auch wenn man es online miteinander reflektieren k\u00f6nnte. So greift man wieder wie automatisch nach den uralten, sandbewehten Pfaden, und steht dort herum, vielleicht mit einem Stab in der Hand, und erfreut sich an der surrealen Sch\u00f6nheit des Erkennbaren. Schlie\u00dflich gibt es auch das Ger\u00fccht, dies sei eine Kairos-Zeit. Das ist auch so etwas \u00c4hnliches wie eine Geisterstunde, aber man kann es nicht wirklich vergleichen.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielleicht haben wir tats\u00e4chlich gerade einen globalen Ausnahmezustand, den es s o noch nie gab, obwohl es keinen einzigen Nu s o schon mal gab. Aber ein Planet, auf dem alle Einheimischen maskiert sind, jedenfalls sehr viele von ihnen, das d\u00fcrfte eine neue Art von Geisterstunde sein, die man noch nicht kannte. 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