{"id":11127,"date":"2020-08-27T07:38:51","date_gmt":"2020-08-27T07:38:51","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11127"},"modified":"2020-08-27T07:43:29","modified_gmt":"2020-08-27T07:43:29","slug":"gradmesser","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11127","title":{"rendered":"Gradmesser"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-11131\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200826_165445-300x294.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"347\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200826_165445-300x294.jpg 300w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200826_165445-768x754.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200826_165445.jpg 859w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/><\/p>\n<h5>Da das Bewusstsein f\u00fcr jeden Menschen nur d e r\u00a0 Gradmesser sein kann, den er oder sie f\u00fcr sich selbst entwickelt hat, bewegt sich die eigene Weltwahrnehmung in diesem Radius. Das von uns allen Vorgefundene scheint sich aber auch nach einer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit zu richten, die dem Ausgewogenen zu eigen ist. Geht man zu sehr nach &#8218;drau\u00dfen&#8216; und l\u00e4\u00dft sich von der Welt spiegeln, ausrichten und bestimmen, beginnt fr\u00fcher oder sp\u00e4ter ein leiser Hunger zu nagen, der auf eine fehlende Nahrung hinweist. Eine der Erkenntnisse, die ich unheimlich fand, also mit dem spontanen Erscheinen der G\u00e4nsehaut verbunden, war, dass man sich auch verpassen kann. Kann man tats\u00e4chlich jemanden verpassen, mit dem man st\u00e4ndig zusammen ist? Zur Welterfahrung durch die Au\u00dfenwelt kommt dann der nach innen schauende Anteil, der gleicherma\u00dfen bewohnt und bewandert werden kann. Innen: was ist das. Wie sieht es da aus, im Reich der herumgeisternden Worte und der str\u00f6menden Bildfluten, die sich alle nach einer gewissen Ordnung zu sehnen scheinen und zuweilen wild miteinander im Mi\u00dfklang leben wegen diplomatischer Schwierigkeiten. Oder ganz einfach deswegen, weil man gar nicht gewohnt ist, im Dialog mit sich selbst zu sein und Rede und Antwort zu stehen \u00fcber die pers\u00f6nlichen Handlungs-und Seinsweisen. Beginnt das Ordnen, oder das Schleifen und Polieren des Steines, oder das Aussortieren von unn\u00f6tiger Last usw., einem Freude zu machen, kann man sehen, dass es auch innen um Architektur geht, nur, dass sie beweglicher ist als die \u00e4u\u00dfere, denn ich selbst gestalte sie mit meiner Vorstellungskraft, meinen Gef\u00fchlen, meinen Augenblicken. Die m\u00f6glichen Flugbahnen sind verst\u00f6rend vielf\u00e4ltig, denn man kann dann doch nicht \u00fcberall hinfliegen. Man muss Priorit\u00e4ten setzen, will man bei allen Experimenten und Abenteuern den Faden nicht verlieren. Gewisserweise ist man doch der Faden der eigenen Geschichte, und vielleicht strebt alles Bewusste nur zu diesem Erleben: dass es sich selbst als existierend erlebt. Und genau d a bewegt man sich wie automatisch auch wieder nach au\u00dfen ins Weltgetriebe, denn wie sonst k\u00f6nnte man wissen, wie es funktioniert, und wodurch alle Kunst ihren Glanz erf\u00e4hrt: als Huldigung der Erkenntnis, die sich wortlos in reichhaltigen Formen ergie\u00dft. Im Eros des Lebendigen, kein Zweifel. Immer neu sich ergr\u00fcndend und gestaltend, unvorstellbar in seiner grandiosen Komplexit\u00e4t und Vielfalt. Aber immer auch das offene Geheimnis von Henne und Ei.<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da das Bewusstsein f\u00fcr jeden Menschen nur d e r\u00a0 Gradmesser sein kann, den er oder sie f\u00fcr sich selbst entwickelt hat, bewegt sich die eigene Weltwahrnehmung in diesem Radius. Das von uns allen Vorgefundene scheint sich aber auch nach einer Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit zu richten, die dem Ausgewogenen zu eigen ist. 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