{"id":11110,"date":"2020-08-25T08:49:39","date_gmt":"2020-08-25T08:49:39","guid":{"rendered":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11110"},"modified":"2020-08-25T08:49:39","modified_gmt":"2020-08-25T08:49:39","slug":"symbolisch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/yoganauten.de\/?p=11110","title":{"rendered":"symbolisch"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-11111\" src=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200825_094427-295x300.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"369\" srcset=\"http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200825_094427-295x300.jpg 295w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200825_094427-768x782.jpg 768w, http:\/\/yoganauten.de\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/20200825_094427.jpg 915w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<h5>In einem Gespr\u00e4ch ging es um Symbole, die ja immer auch ein Zeichen daf\u00fcr sind, dass hier die Bildsprache Vorrang hat, zum Beispiel weil das Wort einem die Deutung nicht mehr enth\u00fcllt. Oder das Symbol kann gesehen werden wie eine T\u00fcr zu dem, was dahinter verborgen ist, obwohl es nur die Essenz des Dahinterliegenden sein kann, also das Symbol als eine T\u00fcr nach beiden Seiten hin ist. Und man wei\u00df ja aus Erfahrung, dass die gedankliche Durchdringung dessen, was zu verstehen ist, nicht nur zu dem Verstehen des Symbols als einer T\u00fcr f\u00fchrt, sondern man kann die Belichtung, also das Reflektierte dar\u00fcber, als eine Sicht erfahren, die befreiende Wirkung auf das eigene System hat. Was mir in Indien besonders gefallen hat ist, dass ihre scheinbar unvermeidlichen G\u00f6ttergestalten auch als strenge, mathematisch pr\u00e4zise Abstraktionen existieren, im selben Laden zu erwerben: der Gott oder die G\u00f6ttin einmal als durchgestylte Heldenfigur mit dem entscheidenden Schuss Eros ausgestattet, der sie attraktiv macht, und dann dieselbe Gottheit als Dreieck, Baustein des sch\u00f6pferischen Prozesses. Ich mochte, seit ich denken kann, vor allem diesen Kreis mit dem Punkt in der Mitte. Schon ihn zu malen, machte die Komplexit\u00e4t des Ganzen klar. Die Kreisl\u00e4ufigkeit des Lebens braucht keine extra Beweisf\u00fchrung mehr, und bei aller Pr\u00e4zision des Erscheinens der Gezeiten sind sie an eine gewisse Wiederholung gebunden, um als solche erkannt zu werden. Dann h\u00e4ngt ja auch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenig von der eigenen Meinung ab, obwohl die verk\u00f6rperte Zentralit\u00e4t des eigenen Seins d a s ist, f\u00fcr was wir Verantwortung tragen. Entfernt man den Punkt in der Mitte, kann das ein ozeanisches Gef\u00fchl hervorrufen, oder auch Angst machen, oder vielleicht der letzte vorstellbare Zustand sein: wenn also der Kern selbst so belichtet ist, das er keinen Schatten mehr darstellt. Der Punkt aber ist nun mal das eigene Steuerrad auf dem wilden Ozean, und wenn man jemand anderem die F\u00fchrung \u00fcberlassen m\u00f6chte, weil man sich selbst f\u00fcr navigationsunf\u00e4hig h\u00e4lt, das ist ja nicht nur v\u00f6llig ok, sondern f\u00fcr jede\/n ist es anders. Und vielleicht ist ja auch jede\/r ausgerichtet auf das Ma\u00df der eigenen Ausgleichung. Allerdings ist der punktlose Kreis auch ein Nichts, in dem es leicht ist, verloren zu gehen, wenn man zum Punkt, in dem Fall man selbst, nicht zur\u00fcckfindet. Da das abgebildete Symbol auch als Spermium und Ei zu verstehen ist, kann man davon ausgehen, dass hier eine Ber\u00fchrung stattgefunden hat, die durch die Fruchtbarkeit des Nus zu einer Lebendigkeit wird.\u00a0 Das Zeichen erinnert auch an das Auge. Wenn der Blick konzentriert und fokussiert ist, kann das zu Erforschende klarer vor Augen treten. Aber das verdichtete Ich kann den Blick auch verdunkeln. Dann kommt es zuweilen zu seherischen Blindheiten, die als vermeintliches Wissen in die Welt str\u00f6men und dort allerhand anrichten k\u00f6nnen, wer kennt es nicht? Das Symbol dr\u00fcckt aber auch eine Ganzheit aus, eine Ruhe. Es zeigt, wie es ist, wenn man bei sich ist, es verstr\u00f6mt Frieden und Augenma\u00df. Ja, es ist wichtig, dass wir die Anderen sehen, aber das ist nur m\u00f6glich, wenn wir selbst wissen, dass es uns gibt. Oder ist es tats\u00e4chlich das Auge des Anderen, durch das ich lebendig werde? Aber kann nicht das Auge des Anderen nur sehen, was ich selbst an mir sehe oder zur Sicht freigeben kann oder m\u00f6chte?<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Gespr\u00e4ch ging es um Symbole, die ja immer auch ein Zeichen daf\u00fcr sind, dass hier die Bildsprache Vorrang hat, zum Beispiel weil das Wort einem die Deutung nicht mehr enth\u00fcllt. 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