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Bildergebnis für Shitla Mata
Auf dem Bild tanzt eine junge Frau (im Dorf Sukhna) in einer Prozession der Göttin Shitla, der Göttin der Kühle, die für das Wegbleiben der heißen, gefährlichen Krankheiten sorgen soll, und dafür gibt es heute in allen Häusern, und wirklich allen Häusern kein Feuer, sondern nur eine bestimmte Art von Nahrung, die einen Tag vorher mit riesigem Aufwand und unessbaren Mengen zubereitet wird und aussieht wie seltsame Schmuckdesigns als Teigteile gebacken. Ich muss jedes Jahr viel davon essen, weil alle es auch wieder loshaben wollen, wenn der Tag vorbei ist, sonst müssen vor allem die Kinder noch wochenlang daran knabbern. Heimlich wird natürlich auch schnell mal ein chai gekocht und getrunken, man rechnet hier wie üblich mit der Großherzigkeit der Götter, hier Göttin, die ja verstehen kann, dass der Mensch ohne chai in üble Laune kommt. Schon seit der Herrgottsfrühe rennen Frauen mit Tabletts durch die Gegend und bringen in den wenigen Shitla Mata Tempeln ihre Gaben dar. Auf den Straßen wird aus riesigen Frauengruppen heraus viel gesungen. Da ich gerade bei Google gesehen habe, dass außerdem auch noch Frauentag ist, muss ich mal bei meinem Rundgang gleich schauen, was sich so tut, auf jeden Fall viel weibliche Energie, denn die Frauen haben z.B. kostenlose Fahrt in den Bussen und schieben sich gegenseitig durch die Busfenster zu einem freien Platz hin. Manchmal fürchte ich ein bisschen, dass eines Tages ein paar Inder gut genug Deutsch lernen, um meinen Blog zu lesen, dann ist es vermutlich Sense mit dem guten Ruf. Oder es gibt einen Befreiungsschlag durch Lachen, was mir am liebsten wäre. Gesegnet sei die Muttersprache, das ist mein ganz persönlicher Beitrag zum Frauentag. Zuerst habe ich dann Mohan getroffen. Heute ist ja auch Frauentag, sage ich nach dem gegenseitigen RamRam Gruß. Er nickt: „women bus free“, sagt er zufrieden. Drei Worte, die den Tag der Frau aus seiner Sicht beschreiben. Als ich etwas später die Frau anrufe, bei der ich zum kalten Delikatessenmahl eingeladen bin und genau wissen wollte wann, war sie mitten in der Shitla Mata Puja. Das Smartphone macht vieles möglich. So sind wir alle mit dem beschäftigt, was uns erfreut, oder auch mit dem, dem man nicht ausweichen kann. Meine Güte!, ist das schön jetzt am Morgen! Noch ein Hauch Kühle im leichten Wind, das Wasser in spielerischem Tänzeln gekräuselt, eine tiefe Ruhe im Großraum. Unterwegs treffe ich eine Frau, die auch seit Jahren hierher kommt. Es geht in dem anregenden Gespräch schnell um den Ausdruck einer gewissen Besorgnis über die Entwicklungen, zum Beispiel die des letzten Holi Festes, das wohl doch sehr viele Inder, berichtet sie aus ihrem Kreis, als eine bedrohliche Entfremdung ihrer eigenen Kultur empfunden haben. Walle walle! Manche Strecke, dass zum Zwecke Wasser fließe.!, und mit reichem, vollem Schwalle zu dem Bade sich ergieße……Und dann: Herr! Die Not ist groß! Die ich rief die Geister, werd‘ ich nun nicht los…….fiel mir da ein. Es ist dasselbe Thema wie „How to get rid of it“, wie ich etwas wieder loswerde, was ich eingefädelt habe, nun aber sehe, dass es doch nicht so günstig war, wie ich dachte. Eine Schöpfung, die sich in ungünstigem Verlauf  selbstständig gemacht hat Auch wenn man nicht in den Dingen verstrickt ist, kann man sich in dieser Zeit nicht wirklich abschotten. Meines Erachtens gehört es zur Freiheit, die doch für sehr viele Menschen zumindest als ein Angebot auftaucht, alles immer sehr fein abzustimmen zu einer Art offenem Balanceakt, damit man nicht zu lange in irgendeinem Feld steckenbleibt und dem Gedanken verfällt, da sei man geistig zuhause. Auch in „Frau Bus frei“ steckt ein praktisches Körnchen Wahrheit, denn viele nehmen das Angebot wahr und haben eine prima Zeit, wer will stören?
Ich wünsche allen Frauen eine Chance auf revolutionäres Erwachen, ob durch Trauer, Schmerz, Erkenntnis oder starken Willen etc. und möge das alles zu einer eigenen Sprache führen und zu freiem, bewusstem Ausdruck, und zur Freude an unserem Sein, und möge die Liebe die einzige Autorität sein und bleiben. Shakti swarup ki jai ho!*

 

*“Es lebe die Verkörperung der weiblichen Kraft“


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